Linda de Mol und das "Scheisslied"
(De Mol sprich: De Moll)
In der niederländischen Krimiserie Spangen spielt sie eine
Hauptrolle, fürs
deutsche und fürs niederländische Fernsehen stand sie
im Laufe der
vergangenen Monate Stunden lang vor der Kamera. Aber am meisten
Stress
bereitet Linda de Mol (37) der Vorwurf aus Deutschland, sie habe
die
deutsche Nationalhymne entehrt. "Scheisslied" nannte sie
es, als ein
Kandidat in der niederländischen Sendung Miljoenenjacht - Millionenjagd
über eine Frage zum Lied der Deutschen stolperte und ihm so
neun Mio.
Gulden (8,1 Mio. Mark) aus der Hand glitten.
Linda de Mol: "Wäre die Frage über Budapest gegangen,
hätte ich vermutlich
auch verzweifelt gesagt "Was für eine Scheiß-Stadt".
Irgend jemand sei
allerdings so abgeschmackt gewesen und habe dies einer deutschen
Zeitung
zugetragen. Der Rest ist bekannt. Außerdem, so vertraut sie
ihrem Tagebuch
im Algemeen Dagblad an, habe "rotlied" eine andere Bedeutung
als "schijtlied
".
Linda de Mol ist sich keiner Schuld bewusst, zur Verschlechterung
des
deutsch-niederländischen Verhältnisses beigetragen zu
haben. "Wenn jemand
etwas für das gute Verständnis zwischen den Niederlanden
und Deutschland
macht, dann bin ich es. Ich spreche immer positiv über Deutschland."
Dass man diese Passage aus der aufgezeichneten Sendung nicht
herausgeschnitten habe, sieht Linda de Mol als eindeutigen beweis
für ihre
Unschuld in dieser Frage. Sogar ihr deutscher Manager, der auf der
Tribüne
saß, hat sich nicht dran gestört. So Linda de Mol gegenüber
dem Telegraaf,
der größten Zeitung der Niederlande. Von der Anzeige,
die ein Hamburger
gegen sie erstattet haben soll, hat sie nichts gehört. Nachdem
sie vor
kurzem wieder zum ersten Mal vor deutschem Publikum eine Sendung
in den
Endemol-Studios aufgenommen hat, ist sie sich sicher, dass ihre
Karriere
auch in Deutschland noch lange nicht zu Ende ist.