"Wir und unsere Scheiß-Marokkaner!"
- Das sagte nicht etwa der als rechtsradikal verschriene, am 6. Mai
2002 ermordete populistische Politiker Pim Fortuyn, sonder ein bekannter
Amsterdamer Sozialdemokrat im selben Jahr. In einem der größten
Nordseefischereihäfen, in Urk am Ijsselmeer, wird man schon mal
schräg angeguckt, wenn man in so genannter "wilder Ehe zusammenlebt.
Ein Restaurantbesitzer, der am geheiligten Sonntag seine
Gaststätte öffnet, bekommt Ärger mit den Stadthonoratioren
- und der talentierte Fußballer verlässt die selbe Stadt,
weil er dort sonntags nicht kicken darf.
Dagegen steht eine Jahrhunderte lange Tradition der sprichwörtlichen
niederländischen Toleranz, die Liedermacher Herman van Veen
mit seinem Glaubensbekenntnis "Iedereen heeft zijn eigen stem
- jeder hat seine eigene Stimme" auf den Punkt bringt. Man
sagt, was man denkt - und man denkt, was man sagt.