Typisch Holland
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Städte und Gemeinden

 

Utrecht (250.000 Einw.): Verkehrsknotenpunkt von Autobahnen, Zuggleisen und Wasserstraßen

 
Zuggleise, Wasserstraßen, Autobahnen - es gibt keinen wichtigen Verkehrsweg des Landes, der nicht in irgendeiner Form die Viertelmillionenstadt an der Vecht tangiert. Sieht man einmal vom Flugverkehr ab. Die Universitätsstadt Utrecht, in der die Kirchenoberen so lange religiöse und weltliche Geschicke mitbestimmten, fällt im Vergleich zu anderen niederländischen Städten aus einem ganz besonderen Grund aus dem Rahmen: wegen der Grachten. Charakteristisch für Utrecht sind die sogenannten Werften an der Oude Gracht. Im 12. Jh. wurde die Gracht als Nebenarm des Rheins gegraben. Wegen Hochwassergefahr baute man die Häuser in sicherem Abstand auf schrägen Wällen. Später folgten die als Lagerraum genutzten Kellergewölbe. An der
Werfkade legten die Schiffe an. Heute sind die Keller Restaurants und Cafés mit Terrassen auf Höhe des Wasserspiegels. Der Utrechter Bahnhof ist einer der modernsten des Landes. 1989 feierte die Staatliche Eisenbahngesellschaft Nederlandse Spoorwegen (NS) in Utrecht das 150jährige Bestehen der Eisenbahn.

Die Utrechter Spezialität, den "platte koek" kauft man im ältesten Bäckerladen "Den Dubbelden Arend". Man wird ihn als Stärkung gebrauchen können, denn der Utrechter Veranstaltungskalender kennt kaum Lücken. Neben
den Messen in der Jaarbeurs gibt es Anfang Dezember die niederländische Hengstkörung. Spring Dance heißt das Festival des Modernen Tanzes (April). Das Theater-Festival an den Werftkellern ist im Juni. Das Holland-Festival Alte Musik ist Ende August/Anfang September; die Niederländischen Filmtage am Ende des selben Monats. Die Blues-Stafette ist eine traditionelle Veranstaltung im Musikzentrum Vredenburg. Westlich des Hauptbahnhofs liegt die Messegesellschaft Jaarbeurs (1921, gebaut vom Architekten Hertzberger). Jährlich registriert man hier zwei Millionen Ausstellungsbesucher von diversen Messen, noch einmal eine Million Menschen bei Kongressen und anderen Veranstaltungen. Typisch Holland: das Spieluhren- und Drehorgelmuseum, Buurkerkhof 10 . Automatische Spieluhren und Musikinstrumente werden in der Buurkerk seit
1984 zu neuem Leben erweckt. Die älteste Pfarrkirche Utrechts (10. Jh.) zählt jährlich weit Über 100 000 Besucher, die sich von der Klangwelt der Spieluhren und Drehorgeln bezaubern lassen wollen. Die von Willibrord 690 gebaute Domkirche, Domplein, Kathedrale wurde später von Balderik (ca. 925) und Adelboold (1023 erweitert. Sie ist mit dem 112 Meter hohen Turm das Wahrzeichen der Stadt geblieben, allen modernen Bauten zum Trotz. Mit dem Bau des heutigen Kirchengebäudes begann man 1254 unter Hendrik von Vianden,
ein Jahr nach dem großen Stadtbrand. Die Vollendung dauerte bis zum Jahr 1517. Seit 1979, dem Abschlussjahr der Restaurationsarbeiten, ist die Kirche wieder zu besichtigen. Die Bätz-Orgel (19. Jh.) hat noch Orgelpfeifen aus
dem 16. Jahrhundert. Das Papsthaus, Kromme Nieuwe Gracht/Achter St. Pieter, in der Nähe des Doms wurde 1517-1522 im flämischen Baustil für Adriaen Florisz Boeyens gebaut. Doch der einzige niederländische Papst, Hadrian VI., starb schon 1523 und konnte das Gebäude nie beziehen. Seit 1959 ist es Teil des Provinzialhauses und Sitz des Kommissaris der Königin. Das Johanniter-Kloster (1528) Catharijneconvent, Nieuwe Gracht 63, verwaltete die Stadt im 17. und 18. Jh. Es war auch eine Herberge für Soldaten und Reisende. Heute ist dort das Rijksmuseum Het Catharijneconvent mit einer umfangreichen Sammlung kirchlicher Kunstschätze (Mittelalter, 17./18. Jh.) zu Hause.

Im früheren Agnitenkloster, Agnietenstraat 1, steht die Geschichte Utrechts im Vordergrund. Das provinziale Museum für Archäologie bildet eine Abteilung. Die historische Abteilung zeigt das Utrechter Schiff von 1200
sowie Exponate der Maler der Utrechter Schule (Jan van Scorel, Hendrick Terbrugghen, Gerard Honthorst und Abraham Bloemaert). Auch kunsthandwerkliche Gegenstände sind zu sehen. Der Lehnstuhl von Gerrit Rietveld (1888-1964, De Stijl) ist das wichtigste Ausstellungsstück moderner Kunst. Im Zentralmuseum kann man sich auch für eine Besichtigung des Rietveld-Schröder-Hauses, Prins Hendriklaan 50, anmelden. Das von Rietveld
1924 entworfene und von der Familie Schröder in Auftrag gegebene Haus ist das einzige Bauwerk moderner niederländischer Architektur auf der Welt-Denkmalliste. Innenarchitektin Truus Schröder-Schräder, die das Gebäude bis 1985 als Wohnung nutzte, gestaltete die Räume zusammen mit Rietveld.

 
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