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Der Rotterdamer (***) Hafen

 
Die rasante Entwicklung, die der Rotterdamer Hafen im 19. und 20. Jh. genommen hat, ist untrennbar mit Lodewijk Pincoffs (1827-1911) verbunden. Der Gründer der Holland-Amerika-Linie war wesentlich an der ersten großen Hafenausbreitung beteiligt. Im Stadtteil Feyenoord förderte Pincoff ein Projekt der Rotterdamer Handelsvereinigung - etwa zeitgleich mit der Fertigstellung des Nieuwe Waterweg. Dass Pincoff 1879 nach einem Finanzskandal ohne Beispiel, bei der um ein Haar das angesehene niederländische Bankhaus Mees & Hope liquidiert worden wäre, haben die Rotterdamer einem ihrer berühmtesten Söhne inzwischen verziehen. Dies umso mehr, nachdem ein Urenkel des nach Amerika geflüchteten Pincoff mit 1989 in seinem Testament der Stadt einen Betrag von 100 000 Dollars hatte zukommen lassen.

Schon im 16. und 17. Jh. spielte Rotterdam als Hafenstadt eine bedeutende Rolle. Der von Pieter Caland 1963 vorgelegte Plan, Rotterdam auf dem kürzesten Weg mit der Nordsee zu verbinden, legte den Grundstein für
Rotterdam als europäisches Tor zur Welt. Vom Noordereiland bis Hoek van Holland sind es exakt 30 Kilometer.

Die zentral gelegenen Häfen Leuvehaven, Wijnhaven, Zalmhaven, Blaak, Boerengat, Buizengat und Scheepsmakershaven sind zum Teil zugeschüttet worden, haben aber auch inzwischen eine Funktion für die Binnenschifffahrt, nachdem man mit dem Rijnhaven auf dem südlichen Maasufer mit Bau größerer
Hafenanlagen zu beginnen. Der schon zum Ende des 19. Jh. etwa 30 ha große Rijnhaven ist das klassische Beispiel dafür.
Auf dem rechten, dem nördlichen Maasufer entstanden große Stückguthäfen: der Parkhaven (1909), Keilehaven und Schiehaven. Der Merwehaven am Nieuwe Mathenesse folgte in den 20er Jahren. Mit dem Waalhaven und dem ersten Ölhaven unterhalb vom Rotterdamer Stadtteil Pernis (1919). 1930 beschloss der Rotterdamer Stadtrat das gesamte Hafengebiet zentral zu verwalten und zu führen - eine weitsichtige Maßnahme im Hinblick auf die Konkurrenzfähigkeit Rotterdams. 1932 nahm der Gemeentelijke Havenbedrijv seine Arbeit auf. Der
wirtschaftliche Aufschwung Rotterdams war auch in den Krisenzeiten der 30er Jahre ungebrochen. Schon 1938 hatte Rotterdam mit 42 Millionen Tonnen Umschlag London als größten europäischen Seehafen Überflügelt.

Die Bombardements zwischen 1940 und 1943 (die Alliierten) sorgten allerdings für einen Stopp in der Entwicklung, die nach dem zweiten Weltkrieg mühsam wieder in Gang kam. Nach der Sturmflutkatastrophe von 1953 installierte man die Radarposten an der Schifffahrtsroute von Rotterdam bis zur Nordsee.

Als man 1955 bei Pernis den zweiten Ölhafen (südlich des Benelux-Tunnels, km 1010) baute, konnten die größten Schiffe Rotterdam anlaufen. Im Wiltonhaven und Wilhelminahaven war man in der Lage, die Tanker in sehr kurzer Zeit zu reinigen. Shell und Chevron ließen sich hier nieder. Andere folgten. Ab 1960 entwickelten die Verantwortlichen das Rotterdamer Hafengebiet ganz gezielt als Container-Umschlagplatz. Der Eemhaven war weltweit der erste Hafen dieser Art. Mit der Ausführung des Botlek-Plans (km 1012-1013) kam die erste
große Hafenerweiterung in Rotterdam nach dem Zweiten Weltkrieg zustande. Schon 1958 begann man mit dem Bau des 3620 ha großen Europoort (km 1020-1032). Supertanker und andere Riesenschiffe mit einer Kapazität von 100 000 BRT und mehr können hier geladen und gelöscht werden. Die petrochemische Industrie hat sich hier angesiedelt. Mit der im Küstenbereich gelegenen Maasvlakte (2700 ha) ist der Rotterdamer abermals erweitert worden. Im Slufter vor dem Hafen ist eine Deponie für kontaminierten Hafenschlick entstanden.
Rotterdamer ist mit Abstand der größte Hafen der Welt. über 300 Millionen Bruttoregistertonnen werden hier jährlich gelöscht und geladen. Das ist 50 Prozent mehr als in Singapur, dem zweitgrößten Hafen, und doppelt so viel wie in New York. Hamburg, Amsterdam und Bremen folgen in dieser Rangfolge noch hinter dem belgischen Antwerpen. Der Container-Umschlag soll noch vor dem Jahr 2000 die Drei-Millionengrenze Überschreiten. 32 deutsche Rheinhäfen sind als Containerumschlagplätze wichtige Partner für Rotterdam - angefangen
von Emmerich an der deutsch-niederländischen Grenze bis hin zum schweizerischen Basel.

Fast 200 000 Binnenschiffe fahren Rotterdam Über den Rhein an. Weit Über 30 000 Hochseeschiffe treffen jährlich in Rotterdam ein, wo die Fahrrinne auf einer Mindesttiefe von 74 Fuß (= 22,50 m) gehalten wird. Eine Viertelmillion Schiffsbewegungen werden im Hafen registriert.

Die klassische (**) Rotterdamer Hafen-Rundfahrt (Dauer: 75 Min.) startet am Nieuwe Waterweg am Willemsplein. Zu den Häfen des Botlek und von Pernis sowie von Vlaardingen und Schiedam führt die (**) große Hafenrundfahrt
(Dauer: 135 Min.), während (***) Touren zum Europoort (Juli und August jeden Dienstag, Dauer: fünfeinhalb Stunden) durchs gesamte Rotterdamer Hafengebiet führen. Das Hafengebiet kann man auch per Pkw erkunden. Die "Rotterdamse Haven Route vom ANWB ist mit den sechseckigen Tafeln ausgeschildert. Rotterdam - Klein-Manhattan der Niederlande, oder: In Rotterdam wird das Geld verdient, was man in Amsterdam ausgibt

 
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