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Städte und Gemeinden

 

Rotterdam - Zweiter Teil

 

Der Rotterdamer Zoo, (*) Diergaarde Blijdorp (3), Van Aerssenlaan 49, westlich vom Hauptbahnhof, hat sich international in den letzten Jahrzehnten vor allem durch die Zucht exotischer Tiere im Zoo einen Namen gemacht. Der Riviera-Hallenkomplex bietet Tieren und Pflanzen aus tropischen Regionen ein neues Zuhause.

Um den Hauptbahnhof herum hat sich Klein Manhattan entwickelt: Vor allem an der Querstraße Weena bestimmen Wolkenkratzer das Bild. Das Geschäftszentrum mit 128 000 Quadratmeter Büro- und Ladenfläche am Stationsplein 45 aus dem Beginn der 50er Jahre gehört dazu, das Bauzentrum, ein 16seitiges Ausstellungsgebäude am Diergaardesingel ebenso wie das Postgebäude am Delftseplein 31. Alles wird allerdings Überragt durch das Verwaltungsgebäude der Versicherung Nationale Nederlanden "Delftse Poort", Weena 505. 3000 Beschäftigte arbeiten in den beiden 160 Meter hohen Türmen. Als Prinzessin Margret das von Abe Bonnema aus dem friesischen Hardegarijp entworfene Bürogebäude 1991 einweihte, hatten die Auftraggeber insgesamt 410 Millionen Gulden investiert. - Im Schatten des Hochhauses liegt die Rekonstruktion des (**) "Café de Unie", Mauritsweg 35. Flächenaufteilung, aber auch die Verwendung der Primärfarben machen das von Architekt Oud 1924 gebaute und nach den Zerstörungen durch Krieg wieder vollständig restaurierte Bauwerk (1986) ist Musterbeispiel für die Architekturrichtung "De Stijl", die Oud wesentlich mitprägte.

Das Rathaus (53), Coolsingel 40, ist ein Neo-Renaissance-Gebäude, entstanden 1915-1920. Architekt Henri Evers versah das städtische Verwaltungszentrum, ursprünglich an der Rotterdamer Hoogstraat, mit einem Glockenturm mit Bronze-Kuppel von Johan Keller. Im Turm spielt regelmäßig ein Glockenspiel. Das Bild an der Vorderfront zeigt Johan van Oldenbarnevelt, der von 1576 bis 1586 Bürgermeister der Stadt Rotterdam war. Das Postgebäude (55), Coolsingel 42, entstand ebenfalls am Stadhuisplein in der selben Zeit. Die Skulptur auf
dem Platz erinnert an die Opfer des Krieges und der Besatzungszeit. Bildhauer Mari Andriessen nannte es 1957 "Denkmal für die Gefallenen". Vor dem Kaufhaus Bijenkorf am Coolsingel Parallel zum Coolsingel entstand an der Lijnbaan in den 50er Jahren ein Einkaufszentrum (31) und die erste Fußgängerzone Europas (1951).

Das (***) Museum Boymans-Van Beuningen (8), Mathenesserlaan 18-20, ist das einzige niederländische Museum mit Bildern von Hieronymus Bosch (um 1450-1510), dessen Werk zum Höhepunkt der altniederländischen Malerei des 15. Jh. gezählt wird. Zu sehen sind: "Der Hausierer"( auch genannt: "Der
verlorene Sohn"), der Hl. Christopherus" und "Die Hochzeit von Kana". Die (***) Gemäldesammlung des 1928-1935 von Architekt Van der Steur gebauten Museums umfaßt sowohl Werke alter Meister (Van Eijck, Brueghel, Aertsen, Lucas van Leiden, Bosch und Rembrandt wie auch Grafiken von Da Vinci, Goya und Dürer. Vertreten sind ebenfalls: Dou, Terborch, Rubens, Titian, aber auch die Moderne mit Van Gogh, Picasso, Appel, Bacon, Max Ernst und Salvador Dali.

In den beiden Komplexen des Museums, das ursprünglich nur nach seinem Gründer, Boymans, benannt worden war, gibt es zudem eine große (**) Sammlung von Alltagsgegenständen aus der Zeit von 1150-1800 aus dem Besitz von Hendrik Jan Engelbert van Beuningen, einem Neffen des Museumsmitbegründers George van Beuningen. Die etwa 16 000 Exponate zählende Sammlung ist im Pavillon Van Beuningen-De Vriese untergebracht, der 1991 im Museumspark eröffnet wurde. Die von Claes Oldenburgs modellierte meterhohe "Krumme schwarze Schraube" im Park versinnbildlicht die Ausstellung im silbergrauen modernen Museumsflügel.

Der Rotterdamer (**) Delfshaven (2) wird zwar von so manchem Rotterdamer als ältester Teil der Stadt angesehen, fungierte aber nach dem Bau des Kanals zwischen Delft und der Maas als Hafen von Delft (1389). Seit der Ausbreitung Rotterdams aus dem Jahr 1886 gehört der pittoreske Hafen zum Stadtgebiet
Rotterdams. Von hier aus begannen die Pilgerväter ihre Seereise nach Amerika. Mit dem Segelschiff Speedwell verließen sie die Niederlande, um von Plymouth aus mit der "Mayflower" zu fahren. In der Oude Kerk am Voorhaven, einer spätgotischen Kreuzkirche, hielten die englischen Puritaner ihren letzten Gottesdienst vor der Ozeanüberquerung ab.

Im Sackträgerhäuschen (1653) ist jetzt eine Zinngießerei, die zum historischen Museum von Rotterdam gehört. Jeden Sonntag wird mit den aus dem 17. und 18. Jh. stammenden Gussformen das Handwerk der Eisengießer der damaligen Zeit demonstriert.

Seit 1870 gehört auch das Standbild des in Delfshaven geborenen Piet Heyn, Voorstraat 13-15, vom Bildhauer Joseph Craven zu den Sehenswürdigkeiten im Delfshaven. Sein Geburtshaus steht in der Piet Heynstraat 6. Die eiserne Piet Heynsbrug Über den Aelbrechtskolk im Norden des Voorhavens stammt ebenfalls aus dem Jahr 1870 und ist eine aus Recyle-Material hergestellte Brücke..

Das Museum (*) De Dubbel Palmboom, Voorhaven 12, veranschaulicht das Leben im Maarsmündungsgebiet bis in die heutige Zeit. Die Zweigstelle des Rotterdamer Historischen Museums ist untergebracht in zwei
nebeneinanderliegenden Getreide-Lagerhäusern aus dem Jahr 1826. Beide mit Glockengiebeln verzierten Gebäude gehörten in der ersten Hälfte des 19. Jh. zur Kornbrennerei "De Ooivaar, Voorhaven 21-31, wo jetzt Künstler-Ateliers untergebracht sind. Delfshaven. Das Getreide lieferten fünf Mühlen, von denen die Windmühle "De Distilleerketel" (33) aus dem Jahr 1727, ebenfalls am Voorhaven 210, heute zum Historischen Museum gehört.

Entlang des Coolhavens und Parkhavens führt der Weg zum Rotterdamer Park mit dem weithin sichtbaren Euromast (4), Parkhaven 20. Vom Restaurant in 104 Metern Höhe gibt es eine schöne Aussicht über das Stadtgebiet. Bei seinem Bau 1960 hatte der Turm schon eine Höhe von 107 Metern; der aufgesetzte
Spacetower (1970) ermöglicht eine (**) Panorama-Aussicht aus einer rotierenden Kabine, die bis 185 Meter hinaufführt. Bei klaren Witterungsverhältnissen ist das gesamte Rotterdamer Hafengebiet bis zum Europoort an der MaasmÜndung in die Nordsee zu Übersehen. Der Poetry Park, jedes Jahr im Sommer auf dem Gelände rund um den Euromast ist ein weithin beachtetes Lyrik-Festival. Das Denkmal im Park erinnert an den Rotterdamer Dichter Hendrik Tollens.

Im Parkhaven schwimmt der "Ocean Palace", (22), mit 1100 Plätzen das größte schwimmende China-Restaurant des Landes. Genau hier führt auch der Maastunnel unterhalb der Nieuwe Maas zu den südlichen Stadtteilen mit dem Sport-. Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum "Ahoy" (64), Zuiderparkweg 20-30. Gegenüber an der Wilhelminakade vor dem Rijnhaven steht das frühere Gebäude der Holland-Amerika-Linie, die (1871) von hier aus vom europäischen Festland startete, bis die Entwicklung des Flugverkehrs den Ozeanüberquerungen per Schiff ein Ende bereitete. Das frühere Verwaltungshaus der Fährlinie aus dem Jahr 1901 (Architekten: Van den Broek & Bakema) ist nun ein im Stil der 30er Jahre konzipiertes Luxus-Hotel. Noch immer ist die Mischung von Jugendstil und Neues Bauen erhalten geblieben.

Noch im Jahr 1800 bewältigte man in Rotterdam die Zollabfertigung mit 24 Beamten - im ausgehenden 20. Jh. sind es über 1700. Die Zollgeschichte hat in Rotterdam Tradition, wie im städtischen Steuer-Museum (12), Parklaan 14, zu sehen ist.

Der Weg durchs Rotterdamer Diplomatenviertel führt zum Museum für Völkerkunde (10), Willemskade 25, das anhand einer umfangreichen Kollektion von Ausstellungsstücken Leben und Kultur anderer Völker näher bringt. Das neo-klassizistische ließ der Königlich Niederländische Yachtclub 1851 bauen. Das Caland-Denkmal (39), Veerkade, erinnert an den Erbauer des Nieuwe Waterweg, Pieter Caland. An der Willemskade startet auch die (**)
Spido-Hafenrundfahrt und die (***) Tour per Schiff zum Europoort.

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