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Städte und Gemeinden

 

Nijmegen, Nimwegen(150000 Einw.): Die Hauptstadt der Wanderer

 
Nijmegen liegt an der deutsch-niederländischen Grenze, kurz nachdem der Rhein sich in Waal und Lek geteilt hat. Der doppelte Adler und die Kaiserkrone im Wappen erinnern daran, dass Nijmegen einmal eine freie Stadt
des deutschen Kaiserreiches war, der goldene Löwe daran, dass Nijmegen 1247 zum benachbarten Geldern kam.

Nijmegen, auf bundesdeutschen Autokarten häufig Nimwegen genannt, ist eine junge und alte Stadt zugleich. Nijmegen ist alt, weil es bereits 105 n. Chr. Stadtrechte vom römischen Kaiser Trajan erhielt. Nijmegen ist jung vor allem wegen der Über 15.000 Studenten, die in der Stadt an der mächtigen Waalbrücke zu Hause sind. Die Katholische Reichsuniversität prägt mit ihren Beschäftigten und Studierenden das Leben in der Altstadt an der Waal, dem südlichen Rheinarm, und in den modernen Außenbezirken. Schon von weitem gut sichtbar erhebt sich Nijmegen auf dem Ooypolder und thront über dem Gebiet zwischen Waal und Maas. Der Rhein mit seinen beiden Armen Waal und Lek ist in den Niederlanden auch die Trennlinie zwischen den Regionen, wo Karneval
die Menschen kalt lässt und denen, wo die fünfte Jahreszeit ausgiebig gefeiert wird. Neben Noord-Brabant und Limburg ist Nijmegen eine der Hochburgen des Karnevals. Im Juli ist Nijmegen die Wanderer-Hauptstadt der
Welt. Mehrere Zehntausende Fußgänger durchstreifen während der "Nijmeegse Vierdaagse", den vier Wandertagen von Nijmegen die Umgebung.

Nijmegen war am 10. Mai 1940 die erste niederländische Stadt, die von deutschen Truppen besetzt wurde. Die beiden Waalbrücken, die erst 1936 die Gierpont von Hendrik Heuck, eine die Strömung ausnutzende Fähre, ersetzten, wurden gesprengt. Doch der deutsche Vormarsch war nicht zu stoppen. Die Waalbrücke wurde 1943 von den Besatzungstruppen wieder errichtet, so dass Nijmegen bis zum Kriegsende und der Befreiung durch die Alliierten Truppen in der Frontlinie lag und ständigen Bombardements ausgesetzt war. 2200 Bewohner Nijmegens starben in dieser Zeit. Und von den alten Bauten war nicht mehr viel Übrig geblieben.

Die Wiederaufbauarbeiten nach dem Krieg dauerten bis weit in die 80er Jahre. 600 Geschäfte und über 4000 Wohnungen mussten wieder errichtet werden. Ein großer Universitätskomplex auf dem vormaligen Landgut Heyendael sowie ein großzügig angelegter Industrie- und Hafenkomplex im Nordwesten Nijmegens
entstanden neben vielen restaurierten alten Gebäuden. Der Wiederaufbau der "Benedenstad", der Unterstadt und der neuen Waalkade lassen Nijmegen in neuem Glanz erstrahlen.
Die Waage, Waagebouw genannt, liegt zentral am Grote Markt, seit Jahrhunderten Zentrum von Nijmegen. 1612 wurde das aus dem 14. Jahrhundert stammende Fleischhaus ersetzt durch die in einer Amsterdamer Variante der niederländischen Renaissance-Bauweise errichtete Waage. Das Waaggebouw beherbergt heute ein Café‚-Restaurant, natürlich mit der dazugehörigen Terrasse.

Gegenüber der im Winterhalbjahr Überdachten Terrasse steht Mariken van Nieumeghen (2) - eine von Vera Tummers-van Hasselt geschaffene Bronzeplastik. Die Legende erinnert an eine sagenumwobene Geschichte. Danach soll sich Mariken im Mittelalter öffentlich auf dem Marktplatz vor der Waage nach sieben Jahren Zusammenleben vom Teufel losgesagt haben.

Das städtische Museum Commanderie van St. Jan (4) am Franse Plaats 3 mit Sammlungen der Stadtgeschichte, aber auch moderner Kunst, ist seit 1976 im mittelalterlichen Kloster-Krankenhaus der Johanniter beheimatet (täglich geöffnet). Die wiederaufgebaute Waalkade (11) lädt im Sommer zum Kaffeetrinken auf eine der vielen Café‚-Terrassen ein. Wagemutige Spieler gehen ins Holland-Casino, Fahrradfreunde besuchen das Niederländische Fietsenmuseum "Velorama" an der Waalkade 107 mit mehr als 300 Exponaten rund ums Fahrrad. Fahrten mit dem Sightseeing-Schiff auf Waal, Rhein und Lek starten ebenfalls an der im neuen Glanz erstrahlten Promenade, die sich nahtlos an die Unterstadt anschließt und sich schon kurz nach Fertigstellung
1990 zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt hat.

Erst 1955 wurde das Standbild von Marcus Ulpius Traianus auf dem Traianusplein (17) errichtet, mit dem an den römischen Kaiser erinnert werden, der Nijmegen bereits im Jahr 105 Stadtrechte verlieh. Von Mai bis
Oktober erblüht hier auch in Tausenden von Blumen das städtische Wappen.

 
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