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Städte und Gemeinden

 

Maastricht (125000 Einw.): Europa auf den Punkt gebracht

 
Trajectum ad Mosam nannten die Römer die Niederlassung an der Maas im Jahr 50 vor unserer Zeitrechnung. Von 380 bis 722 war Maastricht Sitz des Bischofs. Der Heilige Servatius (St. Servaas) hatte den Sitz von Tongeren
nach Maastricht verlegt. Hubertus war der letzte Bischof. 384 wurde der Heilige Servatius an der Stelle begraben, wo heute die St. Servaaskerk steht. Die St. Servaasbrug (1280-1298) ist für Autos nicht befahrbar und verbindet das westliche mit dem östlichen Maastricht (Wijk). Die älteste der fünf Maastrichter Brüsken ist auch eine der ältesten in den Niederlanden Überhaupt. An der Verlängerung der Brücke, 1000 Meter entfernt von der Maas,
liegt der Maastrichter Bahnhof. In südöstlicher Richtung an der Maas am Fuß der John-F.-Kennedybrücke ist das Ceramique terrein, das eine Architektengruppe um den Italiener Aldo Rossi, der das neue Bonnefantenmuseum baute, konzipierte. Das Maastrichter Expositie & Congres Centrum (MECC), ebenfalls rechts der Maas gelegen, ist Veranstaltungs- und Tagungsort mit internationalem Flair. Hier fand im Dezember 1991 der Europa-Gipfel. Maastricht ist die erste Einkaufsstadt der Niederlande, noch vor Amsterdam. Nicht zuletzt wegen des sowohl baulich reizvollen Charakters, natürlich aber vor allem wegen der einen Hauch von südländischer Eleganz
ausstrahlenden Geschäfte. Hier gibt es die weltberühmten Maastrichter Pralinen, für die der frühere US-Präsident Reagan sogar schwärmen soll. Op de Thermen, parallel zur Stokstraat zwischen Plank- und Morenstraat, ist ein
Platz, auf dem die römischen Thermen ausgegraben wurden, Beleg für die Existenz Maastrichts zur Römerzeit. Museumkelder Derlon, Plankstraat 21, der Keller des Hotels Derlon, zeigt viele Fundstücke aus der römischen Zeit (jeden Sonntag 13 bis 17 Uhr).

Die Mutter-Gottes-Kirche (Onze Lieve Vrouwebasiliek am Onze-lieve-Vrouwenplein) ist die älteste Maastrichter Kirche. Sie hat zwei Krypten - neben der St. Servaaskerk einzigartig in den Niederlanden. Vor der Mutter-Gottes-Statue werden manchmal pro Woche bis zu 10 000 Kerzen angesteckt. Bis zur Höllenpforte (Helpoort, St. Bernardusstraat), dem ältesten Stadttor, ist es nicht weit. Der Name stammt von den früher in der Nähe stehenden Baracken für von der Pestkranke. Der Fluss Jeker, nach dem der Stadtteil um die Helpoort benannt wurde, mündet hier in die Maas.

Die Kirche des Hl. Jan steht weithin sichtbar am Vrijthof, einem der schönsten Plätze der Niederlande. Die Einheimischen sagen, der schönste schlechthin. So manche der Über 400 Cafes von Maastricht finden sich hier.
Am Vrijthof kommt man nicht vorbei. Im Schatten der altehrwürdigen Kirche des Hl. Servatius machen sich hier alle fünf Jahre Zehntausende Gläubige auf den Weg nach Maastricht, um im mit einer Pilgerfahrt (Heiligdoomsvaart) für die Vollendung der Restaurierung ihren Dank auszudrücken. In der ebenso wie die Kirche zu besichtigenden Schatzkammer von St. Servaas sind viele kirchliche kunsthandwerkliche Arbeiten und auch die Reliquien-Truhe des ersten Bischofs von Maastricht zu sehen.

Die Doppeltreppe des Rathauses symbolisiert die Doppelherrschaft über Maastricht. Der Innenraum, eine große Halle (het plein), wird durch die Fenster hell erleuchtet. Wandteppiche aus Brüssel, ein goldlederner Vorhang
im Bürgermeisterzimmer, ein Deckengemälde von Charles Eyck, reichhaltige Verzierungen wohin man blickt, machen aus dem einzigen nordniederländischen Baudenkmal im Süden des Landes eine prachtvolle Stadtverwaltung. Die Grotten des St. Pietersberges sind durch den Mergel-Abbau entstanden. Ein
unüberschaubares Labyrinth von 20 000 Gängen bot den Menschen während der vielen Belagerungen in der Geschichte Maastrichts Schutz. In den Gängen, die unter sachkundiger Führung besichtigt werden können, haben auch viele Künstler ihre Spuren hinterlassen (die sogenannten Blockbrecher). Es herrscht unter Tage unabhängig von der Jahreszeit eine Temperatur von zehn Grad Celsius. Fort St. Pieter und Ruine Lichtenberg (an der Maasseite) im Süden von Maastricht gehören zu den früheren Verteidigungswällen von Maastricht. Vom Schloß Lichtenberg am St. Pietersberg, auf dem Übrigens auch Wein angebaut wird, gibt es nur noch Ruinen und einen schweren rechteckigen Turm. In der Umgebung von Maastricht finden sich viele Schlösser. Eins der
bekanntesten ist das Kasteel Neercanne (1611, auch Schloß Agimont genannt), Cannerweg 800, in der Nähe der belgischen Grenze, mit einem exquisiten Restaurant.

 
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