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Städte und Gemeinden

 

Leiden (120000 Einw.): Die Uni von Königinnen und Königen

 
Die Mitglieder des niederländischen Königshauses _ zumindest diejenigen, die als Thronfolger vorgesehen waren, studierten in Leiden. Das hat Tradition: In Leiden ist die älteste Universität des Landes (1575). Von Willem von Oranien erhielt die Stadt das Recht zur Universitätsgründung als Anerkennung für den Widerstand gegen die Spanier, der am 3. Oktober1574 mit der Befreiung durch die Wassergeusen endeten. Die niederländischen Rebellen brachten Weißbrot und Hering mit in die Stadt: Zur Erinnerung daran wird an jedem 3. Oktober in Leiden ein Fest gefeiert. Neben Hering und Weißbrot gibt es auch noch den Möhreneintopf. Der Legende nach soll es noch eine Pfanne mit Möhreneintopf in Leiden gegeben haben, nachdem die Spanier die Stadt geräumt hatten.

Schon zur Römerzeit war Leiden (Lugdunum Batvorum) ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Erst zu Beginn der 90er Jahre entdeckte man den Kanal von Corbulo. Es handelte sich dabei um eine Wasserverbindung zwischen Leiden am Oude Rijn und der MaasmÜndung ungefähr beim heutigen Naaldwijk. Der Armeeführer Corbulo ließ den 28 Kilometer langen Kanal im Jahr 49 auf einer Breite von 15 Meter graben. Die römischen Forts am Oude Rijn konnten so versorgt werden, ohne den Umweg über die gefährliche Nordsee nehmen zu müssen. Beim Bau von Eisenbahntunneln und der Erschließung von Wohngebieten wurden in den vergangenen Jahren archäologische Funde entdeckt.

Berühmtester Sohn der Stadt ist Rembrandt, der in der Apotheke am Weddesteeg am 15. Juli 1606 geboren wurde. Er besuchte in Leiden von 1614 bis 1620 die Lateinische Schule auf der Rückseite des Gravensteen. 1623 begann er beim Amsterdamer Maler Pieter Lastman (1583-1633) eine Lehre. Leiden ist aber nicht nur die Geburtsstadt von Rembrand Harmensz van Rijn, sondern auch Heimatstadt weiterer bekannter Maler. Die Maler des 15. bis 17. Jh. werden unter dem Begriff Leidener Maler-Schule zusammengefasst. Lucas van Leyden
lebte von 1489 bis zu seinem Tod 1533 in Leiden. Jan Steen (1626-1679), der bis auf eine kurze Episode in den 60er Jahren nur in Leiden lebte, ist sprichwörtlich der humorvollste Maler des 17. Jh. Das Niederländische "Es
sieht aus wie auf den Bildern bei Jan Steen" wird umgangssprachlich dafür verwendet, um ein mehr oder weniger großes Durcheinander zu umschreiben.


Nachdem in den 60er Jahren des 20. Jh. viele Grachten zugeschüttet wurden, schien Leiden auch den Ruf als Grachtenstadt zu verlieren. Doch umfangreiche Restaurierungsarbeiten haben diese Maßnahmen wieder zurückgedreht. 200 Brücken zählt die Stadt am Oude Rijn, die inzwischen auch wieder per Boot zu erkunden ist.
Die letzte Übriggebliebene Mühle der städtischen Wallanlagen ist noch immer in Betrieb (jeden Mittag). Auf sieben (!) Etagen ist der Alltag des Müllers Thema einer Dauer-Ausstellung. Der letzte, Willem van Rijn, hatte die Mühle an die Stadt verkauft; nach dem Tode von van Rijn wurde De Valk MuseumswindmÜhle, die jährlich immerhin Über 30 000 Besucher zählt. Auch Harmen Gerritsz van Rijn, der Vater von Rembrandt, der in Leiden am Weddesteeg geboren wurde, arbeitete als Müller.

Das (**) Stedelijk Museum De Lakenhal (O), Oude Singel 32, ist untergebracht in der Tuchhalle aus dem 17. Jh. und gehört zu bedeutendsten Museen des Landes. Zu sehen sind holländische Meister, wie Rembrandt, Jan,
Steen, Jan van Goyen oder Gerard Dou. Berühmtestes Bild ist das Triptychon von Lucas van Leiden "Das letzte Urteil" (1527). Antike Möbel und sogenannte Stijlkamer führen in das Alltagsleben der Vergangenheit in Leiden. In der historischen Abteilung ist das Hauptthema die Befreiung der Stadt von den spanischen Besatzern 1574.

Der Hortus Botanicus ist eine der ältesten botanischen Gärten der Welt. Charles de L'Ecluse, besser bekannt unter seinem Gelehrtennamen Clusius und 1593 Direktor des Hortus, legte den Garten an. Tulpen, Hyazinthen und Narzissen begannen in Leiden - dank Clusius - ihren Siegeszug durch die Niederlande. Der Baum neben dem Eingangsportal mit der Jahreszahl 1601 stammt noch aus der Zeit von Clusius.

Die Gracht (**) Rapenburg ist nach der Restaurierung 1977 an sich schon eine Attraktion. Neben dem alten Universitätsgebäude sind das vor allem die Häuser an der Westseite. Aber auch die andere Seite kann sich sehen lassen. Wer im 17. Jh. etwas auf sich hielt, wohnte an der Rapenburg; man kann es noch heute sehen.

Das 1811 von König Willem I gegründete (**) Rijksmuseum van Oudheden, Rapenburg 28, umfaßt archäologische Funde aus allen Erdteilen. Glanzstück des Museum ist der (*) Taffeh-Saal mit einem ägyptischen Tempel. Es handelt sich dabei um eine Schenkung der Regierung Ägyptens an die Niederlande, die beim Bau zweier Staudämme mit dazu beigetragen hatten, dass wichtige Bauwerke gerettet werden konnten.

Das (**) Rijksmuseum voor Volkenkunde, Steenstraat 1, ist eins der ältesten Völkerkunde-Museen der Welt. Grundlage ist die von Siebold 1823-1830 zusammengestellte Japan-Sammlung.

 
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