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Städte und Gemeinden

 

Haarlem (149 474 Einw.): Die Stadt von Frans Hals

 
Haarlem ist die Stadt von Frans Hals. Einer der berühmtesten niederländischen Porträtmaler des 17. Jh. wirkte in der Stadt am Flüsschen Spaarne. Doch der Begründer der Haarlemer Maler-Schule, wie man Hals und seine Schüler auch nannte, stammt nicht aus Haarlem selbst. Sein Werdegang ist sehr eng mit der Stadtgeschichte des 16. und 17. Jh. verbunden. Als die aus Antwerpen vor den Spaniern geflüchteten Eltern von Frans Hals, der
zwischen 1581 und 1585 in der niederländischen Metropole des 16. Jh., Antwerpen, geboren wurde, in Haarlem ankamen, war man dort mit dem Wiederaufbau der Stadt beschäftigt. Sieben Monate hatte die Belagerung
Haarlems durch spanische Truppen gedauert, angefangen vom 11. Dezember 1572. Im Juli 1573 ergaben sich die Haarlemer. Unter den Soldaten richteten die Spanier ein Blutbad an, bevor sie nach Alkmaar weiterzogen.

Der Tulpenhandel bildete im Goldenen Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftszweig. Berühmt ist auch heute noch der Blumenkorso am letzten Wochenende im April von Haarlem nach Noordwijk, obwohl Haarlem die Position
als Handelsmetropole für den Tulpenverkauf inzwischen an das benachbarte Hillegom abtreten musste.

Mitte des 16. Jh. erhielt Haarlem nach einer kirchlichen Neuordnung den Rang eines Bischofssitzes. Die Sint-Bavokerk im Zentrum von Haarlem wurde 1561 Kathedrale. Die Orgelkonzerte auf der weltberühmten Müller-Orgel, auf der bereits Mozart spielte, genießen internationales Ansehen, ebenso die Glockenspielkonzerte.


In der Architektur prägte Baumeister Lieven de Key (um 1560-1627) das Äußere des Stadtgesichtes. Er ist einzureihen in die Gruppe der Architekten, die wesentlich die niederländische Baukunst des 17., des Goldenen Jahrhunderts, prägten.
Haarlem ist - fast noch mehr als Amsterdam - die Stadt der Hofjes. Die meisten sind auch von ihnen zu besichtigen. Besucher sollten sich allerdings klar darüber sein, dass die früheren Stiftungen auch heute noch bewohnt sind und die Menschen dort ihrem Alltagsleben ungestört nachgehen wollen. Der (**) Grote Markt von Haarlem ist ein Ensemble bedeutender Bauwerke des ausgehenden Mittelalters und des 16. und 17. Jh. Mit Blick auf das Rathaus thront inmitten des Platzes Laurens Coster, Haarlemer Buchdrucker des 15. Jh. Die Bronzestatue schuf Louis Royer (1793-1868) im 19. Jh., der auch das Rembrandtbildnis in Amsterdam kreierte.

Haarlem hat nicht nur die älteste Zeitung (Opregte Haarlemsche Courant) und den ältesten Fußballverein (Koninklijke Haarlemsche Football Club), sondern auch die älteste Gaststätte des Landes. Das aus dem Jahr 1880 stammende Grand Cafe Brinkmann am Grote Markt wurde restauriert und erstrahlt seit Beginn der 90er Jahre in altem Glanz. Im Johan-Enschede & Zonen-Gebäude (26) an der Damstraat war im 19. Jh. eine Druckerei von Banknoten und Briefmarken. 1656 wurde hier der Opregte Haarlemsche Courant gedruckt, die erste Zeitung in Europa. Haarlem kann auf eine lange Buchdrucker-Tradition verweisen. Gutenberg hin - Gutenberg her: In den Niederlanden geht man davon aus, dass Laurensz Janszoon Coster 1423 aus Haarlem die Buchdruckerkunst
erfunden habe. Sicher ist, dass um 1450 in den Niederlanden Bücher gedruckt worden sind, die "Costeriana" genannt wurden. Ein Standbild am Grote Markt 25 erinnert an den umstrittenen Harlemer.

Das (**) Teylers Museum (29), Spaarne 16, Ecke Damstraat, ist das älteste Museum der Niederlande. Es wurde in der Zeit der Aufklärung von Pieter Teyler van der Hulst (1702-1778) begründet, ein Haarlemer Tuch- und Seidenhändler. Sein Vermögen verfügte er testamentarisch für eine Stiftung, die kurz nach seinem Tod im Jahr 1778 das gleichnamige Museum in Haarlem eröffnete. Bestandteil des Museums ist nicht nur die (*) 2000 Zeichnungen umfassende Sammlung der Königin Christine von Schweden mit Werken von Raphael, Michelangelo, Goltzius und anderen Künstlern, sondern auch einen Querschnitt durch die Gemälde der Haager Schule (Isaac, Israels, Koekkoek, Schelfhout) sowie das nahezu vollständige (*) Ätz-Werk von Rembrandt.
Darüber hinaus repräsentiert es Kunst und Wissenschaft des 18. Jh. in einer selten gelungenen Symbiose. Vergleichbare Einrichtungen wie das Haarlemer Teylers Museum gab es zuvor nur in London, Oxford und Paris. Die Räumlichkeiten des (***) Frans Hals Museum (45), Groot Heiligland 62, gehörten ursprünglich zu einem Altersheim und Waisenhaus. Seit 1971 wird hier die Berühmte Sammlung von 70 Frans-Hals-Gemälden gezeigt. Früh- und Spätwerk sind gleichermaßen vertreten. Acht Schützen- und Regentenporträts aus der Zeit zwischen 1616 und 1664 sind das Kernstück der Sammlung, darunter auch das Porträt der Sint-Jorisschützen, auf dem sich Frans Hals selbst porträtiert haben soll. Das Motiv findet sich auf jedem niederländischen Zehn-Gulden-Schein.

Das Dampfschöpfwerk Cruquius, inzwischen als technisches Weltwunder notiert, liegt außerhalb des Haarlemer Stadtkerns an der Harlemer Ringvaart und ist ein architektonisches Wunderwerk, mit dem im 19. Jahrhundert das große Harlemermeer leergepumpt wurde.

 
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