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Städte und Gemeinden

 

Deventer (70000 Einw.): Reich an Geschichte

 
Die Entstehungsgeschichte Deventers an der IJssel ist eng mit zwei historischen Persönlichkeiten verbunden: mit Karl dem Großen und dem Missionar Lebuinus. Zwar wurde Deventer zum erstenmal erst 806 erwähnt
("sieben Höfe in Daventre Portu"), doch hat der englische Priester Lebuinus schon 768 im heutigen Deventer eine Kirche gegründet, die allerdings vor 775 schon vernichtet gewesen sein muß. Wenig später baute Lebuinus-Nachfolger Liudger eine neue Kirche. Die günstige Lage an der IJssel und die Nähe zur Zuiderzee ließen Deventer schon im Laufe der folgenden Jahrhunderte zu einem wichtigen Handelszentrum werden. Deventer gehörte neben Zwolle und Harderwijk am IJsselmeer (Zuiderzee) zu den bedeutendsten und ersten niederländischen Hansestädten (vor 1400). Der Handel mit Köln und anderen Plätzen am Rhein (Wesel) florierte. In besten Zeiten lockten fünf Jahrmärkte die Menschen aus der Umgebung nach Deventer. Gehandelt wurde mit Tuch, Wein, Bier, Butter und anderen Lebensmitteln. Der in Deventer beliebte Stockfisch geht auf frühere Handelsverbindungen mit dem norwegischen Bergen zurück. Im 15. Jh. waren die Druckereien von Deventer weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Mitte des 16. Jh. ist der Höhepunkt des Wohlstands erreicht; danach ging es abwärts. 1830 zählte Deventer genau so viele Einwohner wie 1645: 13 000. Heute bestimmen landwirtschaftliche Produkte (Kondensmllchfabik) und Industrie gleichermaßen die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Brink (1)
Der Platz im Zentrum der Altstadt von Deventer, der größte der Niederlande, ist freitags und samstags Wochen- und Warenmarktplatz. Als Kaiser Karl V. zu Beginn des 16. Jh. den Herzog von Geldern aus dem Gebiet verdrängte, benutzten die Bürger von Deventer das Baumaterial vom vormaligen geldrischen Fort Altena auf der anderen Seite der IJssel zur Errichtung ihrer Waage. Das Bild "Kiek-in-de-Pot" erinnert an den feindlichen Töpfegucker aus dem Gelderland, wie der Beobachter auf der anderen IJsselseite im Volksmund genannt wurde.

Am Vorabend des Nikolaustages von 1967 (5. Dezember) stellte das niederländische Kultusministerium eineinhalb Millionen Gulden zur Restaurierung des sogenannten Bergquartiers bereit. Der Giebelstein mit St.
Nikolaus, Bergstraße 37-39, drei Säcken Geld und einer Spekulatiuspuppe vom Bildhauer Jan van Royen erinnert daran. Alle restaurierten Häuser des Viertels haben kleine Bronzeschilder.

Lebuinus Kirche (6)
Das Wahrzeichen der Stadt, benannt nach dem Missionar des achten Jh., prägt die Stadtsilhouette von Deventer. Bischof Bernold, einer der Nachfolger des Missionars, ließ die Große Kirche 1040 bauen, doch dauerte es einige hundert Jahre, bis das Gebäude sein heutiges Aussehen erhielt. Der Rathaus-Komplex am Grote Kerkhof setzt sich aus drei Gebäuden zusammen: Het Landshuis (1632) und das Wanthuis (1662), gebaut vom Amsterdamer Architekten Philip Vingboons. Die gemeinsame Vorderfront entstand 1692 nach einem Entwurf des Architekten Jacob Roman, der auch beim Bau des Palastes "Het Loo" in Apeldoorn beteiligt war. An der Ecke Holstraat/Buursestraat erinnert ein in Stein gehauenes Buch daran, dass der Verleger Kluwer sich hier niederließ
und zu einem der größten Verleger der Niederlande wurde. Im Haus Polstraat/Ecke Grote Kerkhof wirkte vor etwa 500 Jahren der Drucker Jacob van Breda, einer der ersten Drucker in den Niederlanden. Die Tradition lebt
heute fort. Der Büchermarkt am IJssel-Ufer (Onder de Linden/Wellepad) erstreckt sich am ersten Sonntag im August über eine Länge von 2,5 Kilometer und ist mit mehr als 250 Händlern der größte der Niederlande.

 
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