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Städte und Gemeinden

 

Breda (124 794 Einw.): Wo Geschichte Gegenwart wird

 
Breda - das war jahrzehntelang die Erinnerung an deutsch-niederländische Vergangenheit. In Breda saßen die deutschen Kriegsgefangenen, die von den Niederländern nach dem zweiten Weltkrieg als Hauptkriegsverbrecher angeklagt und verurteilt worden waren. Die Vier von Breda, später die Drei und die Zwei von Breda im Kuppelgefängnis der Stadt, blieben bis 1989 (Abschiebung nach Deutschland) eine ständige Mahnung im deutsch-niederländischen Verhältnis. Die Geschichte Bredas ist aber nicht nur durch die ehemaligen
deutschen Kriegsgefangenen geprägt.
Der 80jährige Krieg ging an Breda nicht spurlos vorbei. Durch Verrat hatten die Spanier 1581 Breda erobert; durch eine List eroberte Moritz die Stadt wieder zurück. Im Turfschip (Schiff der Torfstecher) von Adriaan van Bergen
wurden 68 Soldaten in die Stadt geschmuggelt. Das Ereignis am Fastnachtsabend (4. März 1590) ging als "Verrassing van Breda" - Überraschung von Breda - in die Geschichte ein. 1625 musste sich Breda
wieder in die Gewalt der Spanier begeben. Der spanische Maler Velazquez hat dies in seinem Gemälde "die Übergabe von Breda" (1634/35) festgehalten.

Im Feiern lassen sich die Menschen von Breda in den Niederlanden kaum Überbieten. Die Stadt ist im Frühjahr fast so etwas wie die Hauptstadt des Karnevals in den Niederlanden. Wichtige Veranstaltungen sind darüber hinaus der Kunst- und Antikmarkt im Veranstaltungszentrum "Turfschip" (zehn Tage bis einschließlich des zweiten Osterfeiertages) am Chassveld (18), das Oldtime-Jazz-Festival vom Himmelfahrtstag bis zum darauffolgenden Sonntag und das nationale Blasorchester-Festival Ende August.

Noch ruhiger als im Stadtpark von Breda geht es im (*) Begijnhof (4) an der Catharijnenstraat zu, der durch den Valkenberg-Stadtpark zu erreichen ist. Die Geschichte des Hofje geht zurück bis ins Jahr 1267, wahrscheinlich sogar bis ins Jahr 1240. Machteld van Diest, Frau des Godfried van Breda, ließ es bauen. Damals lag das Hofje näher am benachbarten Schloß, ehe Hendrik III. 1531 den Begijnen ein Grundstück des Valkenbergs schenkte, um das alte Gelände für den Ausbau seines Schlosses zu nutzen. Beginen waren die Angehörigen einer halbklösterlichen Vereinigung. Die letzte von ihnen im gesamten Land, Cornelia Frijters, starb im April 1990 im Alter von 81 Jahren. Sie lebte bis zu ihrem 72. Lebensjahr im Begijnhof von Breda. Die Beginen leisteten praktische Sozialarbeit, eine Tätigkeit, die heute weitesgehend hauptamtlichen Kräften vorbehalten ist. Die den Garten des Begijnhofs in Breda umgebenden flachen Häuser stammen aus dem 16. und 17. Jh. und sind heute Wohnhäuser.

Die wallonische Kirche (5), früher Sint Wendelinuskapel (1440), ist Bestandteil des Begijnhof. Grabsärge von Pastoren und Beginen aus der Zeit nach 1648 sind noch in der Kirche an der Straßenseite des Begijnhof, in der
auch Pieter Stuyvesant heiratete, zu sehen und erinnern an eine Vereinbarung mit den niederländischen Protestanten. Nachdem die Truppen der Vereinigten Republiken die Stadt Breda einnahmen, bestimmte der Vertrag, dass Beginen und ihre Pastoren in der Kirche beerdigt werden dürften. An der dem Hofeingang (1980 errichtet) gegenüberliegenden Seite ist die Sint Catharinakerk (1836-1838), vom Architekten Van der Aa gebaut. Die Skulptur im Kräutergarten ist von Hans Bayens und stellt zwei Beginen dar.

(**) Die Königliche Militär-Akademie (8) ist dort untergebracht, wo 1198 die erste Burg von Breda errichtet wurde. Von hier aus regierten Brabanter und Nassauer die Stadt Breda und die Region. Bauliche Veränderungen nahm man zu allen Zeiten vor. Jan I. van Polanen ließ zum Beispiel im 14. Jh. ein neues Schloß mit Ecktürmen errichten. Ein einziger ist davon noch übriggeblieben, nachdem wiederum Jan IV. 1470 das Schloß umbaute. Das heutige Aussehen erhielt es unter Graf Hendrik III. van Nassau nach den Plänen des Architekten Thomas Vincidor da Bologna (1536-1538). Süd- und Ostflügel stammen aus der Zeit von 1668 bis 1681, als Jacob Roman unter Willem III. das Schloß erweiterte. Der Haupteingang ist an der Südseite.

Zu den architektonischen Neuerungen von Thomas Vincidor de Bologna stammen auch die beiden Türme des (**) Spanjaardsgat (9). Der linke der beiden Geschütztürme aus dem Jahre 1520 heißt Granaattoren, der rechte Duiventoren. In beiden Türmen sind heute Kapellen. Eine Legende ist allerdings, dass Adriaan van Bergen mit seinem Turfschip an dieser Stelle 1590 die 68 Soldaten in die Stadt geschmuggelt haben soll. Das "Gat", der
Mauerdurchbruch, bestand zu dieser Zeit noch nicht. Van Bergen kam durch das nördliche Hafengebiet von Breda in die Stadt.

Alle Straßen des historischen Kerns der Stadt führen auf den etwas erhöht liegenden Grote Markt (11), seit 1321 der Platz des Wochenmarktes (dienstags und freitags).

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die zu vollstreckenden Todesurteile auf dem Platz vor dem Rathaus (12), Grote Markt 38, vollstreckt. Das Schwert des Scharfrichters (1692) wird noch im Städtisch-bischöfliches Museum von Breda (13), Grote Markt 19, aufbewahrt. Blickfang in der Eingangshalle des Rathauses ist eine Kopie des berühmten Velazques-Gemälde "Las Lanzas", das die Übergabe von Breda an den spanischen Oberbefehlshaber Spinola zeigt (1625). Hinter dem Rathaus ist dem Torfschiffer Adriaan van Bergen von
Gerarda Rueb ein Denkmal gesetzt worden.

 
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