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Städte und Gemeinden

Alkmaar (90 778 Einw.)

Alkmaar: Man lebt nicht nur für Käse

 
Wenn Rudi Carrell in einer seiner Fernseh-Shows als Preis eine Reise nach Alkmaar auslobt, dann wissen auch die meisten Zuschauer am Bildschirm in Deutschland: Alkmaar - das ist die typische holländische Käsestadt. Der
traditionelle Kaasmarkt, dessen Wurzeln bis ins 17. Jh. zurückgehen, ist von April bis September die absolute touristische Attraktion der Stadt im Norden von Amsterdam.

Dabei findet das größte Fest von Alkmaar außerhalb der Sommersaison statt. Jedes Jahr am 8. Oktober feiert die ganze Stadt die Belagerung von Alkmaar im Jahr 1573. Damals versuchten die Spanier vergeblich die mittelalterliche Festung zu stürmen. Vom 21. August bis zum 8. Oktober dauerte die Belagerung in diesem Jahr. Danach begann von Alkmaar aus der Sieg, wie die Chronisten stolz vermerken: "van Alkmaar de victorie". Der tapfere Widerstand der Alkmaarder Bevölkerung hatte den Mythos der Unbezwingbarkeit von Herzog Alba
und seiner Truppen gebrochen.

Alkmaar war schon frühzeitig für die Grafen von Holland ein wichtiger militärischer Stützpunkt. Als Alkmaar 1254 Stadtrechte erhielt, ließ Willem II., Graf von Holland, dort eine Burg errichten, die Toorenburch. Plünderungen von geldrischen Truppen machten Alkmaar arg zu schaffen. Der Ausbau der Verteidigungsanlagen war schon vor der spanischen Belagerung erforderlich, aber erst 17 Jahre danach abgeschlossen. Während der Wochen des Jahres 1573 bildete die Oude Gracht die Frontlinie; die die Südseite war die "spanische Seite".

Im 17. Jh. entwickelte sich Alkmaar zum Mittelpunkt der Region. Wichtige Verkehrsverbindungen waren danach der Nordholland-Kanal (1824), aber auch die Eisenverbindungen nach Den Helder (1865) und Amsterdam (1870).

Bis zum heutigen Tag wird der Alkmaarder Käsemarkt nach den Regeln der jahrhundertealten Gilde durchgeführt. Während der Saison kann der Käse freitags ab sieben Uhr zum Markt gebracht werden. Zwischen sechs und sieben Uhr werden jeden Freitagmorgen auf dem traditionellen Platz in Alkmaar etwa 30 000 Tonnen Käse gestapelt, der aus den umliegenden Fabriken stammt. Ab zehn Uhr prüfen die Kaufinteressierten die Qualität. Wenn der Käse gekauft ist, wird er von den Trägern im Laufschritt zur Waage gebracht, dann per
Handkarren zum Lagerhaus des Käufers transportiert. Die vereinbarten Geldbeträge kommen in einem der vielen Cafes rundum den Kaasmarkt zur Auszahlung. In der Waage ist das Käsemuseum mit einer Ausstellung zur
traditionellen Käse-Herstellung und zur modernen Molkerei-Industrie des Landes eingerichtet (1. Etage). Im Erdgeschoss befindet sich das städtische Fremdenverkehrsamt VVV.
Das Schreibmaschinenmuseum (23), Wolfpad 1-5, ist ein Raritätenkabinett alter Geräte, die vor dem Beginn des papierlosen Büros aus keiner Schreibstube wegzudenken waren.

Der Accijnstoren (11), Bierkade 23, bildete seit seinem Bau 1622 eine wichtige Einnahmequelle der Stadt. Alle nach Alkmaar eingeführten Guter mussten hier verzollt werden. Durch den Ausbau der Bierkade als vierspurige
Autostraße musste der fast quadratische Holzturm (7,5 mal 6 Meter) 1924 um vier Meter verschoben werden. Heute residiert im Gebäude unterhalb der vergoldeten Turmspitze der Hafenmeister.

Das Hans-Brinker-Museum (25), Voordam 6, (früher: Schlittschuhmuseum des Landes) zeigt in einer großen Ausstellung das typisch holländische Alltagsleben der vergangenen Jh. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Familie von Hans Brinker. In einem der Zeit nachempfundenen Zimmer wird die Legende des Spaarndammer Jungen erzählt, der ein Loch im Deich mit seinem Finger stopfte und so seine Umgebung vor der Überschwemmung rettete.

 
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