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Sport in Holland - Vitesse Arnheim 2. Teil
 

Herbert Neumann fühlt sich in Arnheim zu Hause - und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn er hat sich gerade vor kurzem in Arnheim ein Haus gekauft. Dass dies eine Entscheidung fürs Leben sei, das weist der ehemalige Kölner allerdings zurück: "Genauso wie mein Haus kaufen kann, kann man es auch verkaufen." Die Kritik an seiner Spielweise zum Ende der Saison (weite Bälle nach vorn, keine Kreativität, fußballerisch keine Fortschritte) ordnet Herbert Neumann so ein: "Das ist eine generelle Meinungsmache von Voetbal
International (Anm.: der holländische Kicker). Man stellt die These auf, dass ausländische Trainer den holländischen Fußball nicht weitergebracht hätten und versucht das dann zu belegen."

Dass es nach dem knapp verpassten dritten Platz, der zur Qualifikationsrunde für die Champions League gereicht hätte, ließ Neumann äußerlich unberührt: "Dass Ziele nicht immer erreicht werden, bestimmte Dinge passieren, da kann ich auch mit leben." In Arnheim habe er es eben auf allen Ebenen mit "ambitionierten Leuten" zu tun. Beispiel: Im Laufe der Jahre hat sich die Arnheimer jeugdopleiding, die Jugendfußballausbildung von Vitesse zu einer der besten des Landes entwickelt. Jugendcheftrainer Joop Brand: "Vergangenes Jahr wurde die C-Jugend niederländischer Meister, dieses Jahr die A- und B-Jugend."

Nicht allen gefällt das, was sich in Arnheim seit einigen unaufhörlich nach vorn bewegt. So fragte Jan Gijzen, landesweit bekannter Kolumnist der Amsterdamer Tageszeitung Het Parool unter der Überschrift FC Karel: "Werden
Sie auch so müde vom Aufstand der hochgefallenen Provinzklubs?"

Und im Arnheimer Café Le Papillon, Treff der richtigen - sprich: fanatischen - Vitesse-Fans prallen dagegen die Meinungen aufeinander. Der 18-jährige Joop meint nach einem tiefen Zug an seinem Joint (nur Speed,
Pillen, Kokain sind hier verboten) meint: "Aalbers gehört nicht zu uns, ist einer von den Claqueuren der Westtribüne." Sein Kumpan Zico, obwohl er das alte Stadion Monnikenhuize innig liebte, sagt dagegen: "Ich bin stolz auf
Karel; er hat meinen Traum wahrgemacht." Die Fan-Randale ist in Arnheim nicht besser und nicht schlechter als anderswo im Land auch.

Geblieben ist bei alledem ein Hauch von Provinzialität. Die Arnheimer haben kein Trainingsgelände mehr, sind ständig auf der Suche nach geeigneten Möglichkeiten. Beim Training im benachbarten Wageningen gab es Probleme. Die Einheimischen haben dort noch nicht vergessen, dass Vitesse zur Pleite des dortigen FC beigetragen haben soll. Mit dem Wechsel nach Arnheim-Süd auf den Sportpark Malburgen West sind auch diese Animositäten aus dem Weg geräumt. Einziger Nachteil: Herbert Neumann, der zum alten Trainingsgelände am alten Stadion zu Fuß gehen konnte, muß wieder ins Auto. Wenn er dann mit ruhiger Stimme, aber bestimmenden Tonfall höchstpersönlich die jugendlichen Zuschauer auf der Anlage in Sichtweite des monumentalen Fußballstadions Gelredom hinter die Barrieren verweist - "Achter de hekken, achter de hekken, a. u.b.", dann ist der 45-jährige gebürtige Kölner wieder ganz in seinem Element, in seinem Job: Arnheim auch fußballerisch in die europäische Spitzenklasse zu führen.

 
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