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Sport in Holland - Der Dennis-Bergkamp-Fußweg von London nach Japan
 
Dennis Bergkamp:
Der Niedergang eines Superstürmers oder wie drei Briten ihrem Idol ein Denkmal setzen wollen - Der Dennis-Bergkamp-Fußweg von London nach Japan

Gelsenkirchen/LondonAmsterdam. Schalkes Youri Mulder, in Gelsenkirchen wegen seiner langwierigen
Knieverletzung und wegen der Stürmerkonkurrenz der Sand, Mpenza, Agali und Co. Bei Schalke nur Teilzeitfußballer, versteht die Welt nicht. Mulder über Arsenal und Bergkamp in einer Zeitschrift seiner niederländischen Heimat: "Es ist wirklich ein Drama, was da passiert. Bergkamp wird seinen Trainer tatsächlich auf die Bank gesetzt., weil Wiltord spielen muss." Und es klingt keine Hochachtung vor dem Franzosen aus den Worten Mulders, wenn er sagt: "Wiltord! Ich bin wirklich jedes Mal wieder froh, wenn Arsenal verliert. So wie man Kanu dort auch als Schuldigen für alles besieht. Als wir gegen Arsenal im Hinspiel antraten, musste sich Kanu zehn Minuten vor Spielende kurz warm laufen. Und während er sich warm lief, gab es den dritten, also letzten Wechsel bei Arsenal. Der wird richtig erniedrigt."

Mulder, dessen Wechsel zu seinem alten Heimatverein Twente Enschede gerade am Widerstand von Schalke gescheitert ist, lobt Dennis Bergkamp, noch vor Johan Cruyff Torschützenkönig der niederländischen Nationalmannschaft aller Zeiten, in höchsten Tönen: "Bergkamp, der beste Spieler der englischen Liga.
In dem Augenblick, als er aufs Feld durfte (im Hinspiel gegen Schalke) merkte man die Zufriedenheit des Publikums. Und wenn man sich dann vorstellt, dass auf seiner Position so Leute wie Wiltord oder so ein Parlour
herumrennen ... das ist beinahe ein Verbrechen gegen den Fußball."

Trainer Arsene Wenger hat seitdem wieder öfter auf Bergkamp in der Anfangsformation zurückgegriffen - nicht ohne dass der Holländer, der 1992 bei der Europameisterschaft gar einen Marco van Basten stellte, sich mit
Toren und Torvorlagen bedankte. Bergkamp, den sie in England ob seiner Flugangst nur den "Flyer" nennen, ist nicht ohne Grund stolz: "Arsenal wird mit meinem Namen assoziiert." Bergkamps Tore, sagen Fußballliebhaber, sind Kunstwerke. Sein schönstes - das Siegtor der Niederländer gegen Argentinien während der WM 1998 - schon fast Legende. Trainer Wenger: "Niemand auf der Welt schießt solche Tore wie er, niemand."

Als Marco van Basten ihm 1992 während der EM in Göteborg die Wege zu Torerfolgen öffnete, war für den Amsterdamer, der mit 12 Mitglied bei Ajax werden durfte, schon das italienische Fußballparadies aufgegangen: Inter Mailand hieß Bergkamps erste Station nach Ajax Amsterdam. Als Mittelfeldregisseur Wim Jonk (8,5 Mio. Mark Ablöse) und Dennis Bergkamp (20 Mio.) von Inters Massimo Muratti verpflichtet wurden, war Ajax Amsterdam,
dreieinhalb Jahre vor dem Bosman-Urteil, der reichste Klub der Welt. Bergkamp (31) im Nachhinein über seine Zeit bei Inter, wo er nicht die hohen Erwartungen erfüllte: "Man ist da Fußballer - und das sieben Tage in der
Woche. Wenn Leute sich neben dich setzen, muss das gehen, denn das ist dein Job - ob nach einem Training oder im Supermarkt."

In England erlebte er die Befreiung: "Hier fällt dir keiner lästig an deinem freien Tag." Doch lief auch bei Arsenal nicht alles nach Wunsch, so dass nach seinem offiziellen Abschied aus der niederländischen Nationalmannschaft im Sommer 2000 Bergkamps letzter (Fußball-) Wunsch, vorläufig, nicht in Erfüllung ging: die Profi-Laufbahn bei seinem alten Klub Ajax Amsterdam abzuschließen. Trainer Co Adriaanse, der gerade mit Aaron Winter und Richard Witschge zwei Ajax-Oldies aus seinem Youngster-Team vor die Tür gesetzt
hatte, sah keinen Sinn darin, Bergkamp für das neue Ajax zu verpflichten. Bergkamp verlängerte bei Arsenal, wo ihm die Hochachtung von Trainer und Klubführung gewiss waren.

Geblieben ist seine Flugangst. Bergkamp: "Zuletzt bin ich Anfang 1995 geflogen, mit Inter. Damals wurde es immer schlimmer. Flüge, bei denen man Panik verspürt. Als ich mir einmal gesagt hatte, dass ich nicht mehr fliegen will, fühlte ich mich innerlich befreit."

Englische Fußballfans litten mit - und entdeckten (bevor die Niederlande die WM-Qualifikation in Japan und Südkorea verspielten) den so genannten Bergkamp-trail von London nach Osaka. Drei Briten meinten, wo ein Wille sei, sei auch ein Weg - und fanden den Fußweg von Europa nach Japan. Garry Flynn, Tom Roberts und Martin Breen aus London kamen auf die spleenige Idee in einer durchzechten Nacht. Ihre Absicht: Dennis Bergkamp dazu bewegen, sich wieder für die Nationalmannschaft zur Verfügung zu stellen. Trotz des
Ausscheidens der Holländer für 2002 blieben die drei verrückten Engländer bei ihrem Plan. Ihre Route: London, Newcastle, Bergen, Oslo, Stockholm, Helsinki, St. Petersburg, Moskau, Jekatarinastadt, Irkutsk, Ulan Bator,
Peking, Hingkong, Schanghai, Seoul, Osaka. Wer den aus dem Ruder gelaufenen englischen Wette nachvollziehen will, kann das tun auf der entsprechenden Website: www.thedennisbergkamptrail.co.uk.

 

 
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