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Sport in Holland - Ohne Holland fahr'n wir zur WM
 

Dublin/Amsterdam. Es hätte alles so schön sein können: Dublin war zum Holland-Heineken-House umfunktioniert, Ruud Gullit musste mehr als einmal kommentieren, wie er vor 17 Jahren mit Marco van Basten in Irland ein wichtiges WM-Qualifikationsspiel heraus- und herumgerissen hatte, doch gestern brachen bei den Niederländern alle Dämme. Statt des erhofften Sieges (der dem Oranje-Team zumindest zwei weitere Entscheidungsspiele um die WM-Teilnahme gebracht hätte), gab es eine 0:1-Niederlage.

Und Hollands Rasat-Star vergangener Jahre schüttelte erschüttert den inzwischen kurz geschorenen Kopf und meinte nur: "Das ist eine Katastrophe. Und als sein Gesprächspartner Mart Smeets vom niederländischen fernsehen meinte: "Muss man nicht sagen: selber Schuld." Konnte der ehemalige Oranje-Mannschaftsführer nur nicken: "Ja." Um gleich hinzuzufügen: "Vor dem Spiel hörte ich, wie jemand sagte, dass die Niederlande vom Papier klarer Favorit sei. Gut und schön. Nur, was nützt es , wenn ich so viele Top-Leute in der Mannschaft habe, aber nicht erfolgreich bin."

Symptomatisch für den Fußball im Fußballtechnik-Musterländle: Als Overmars nach vielen Fouls der Iren ausgewechselt werden musste, spielte das Oranje-Team ohne Flügelstürmer. Eine Entwicklung die Europas Fußballer des Jahres, Johan Cruyff, seinen Landsleuten schon seit vielen Jahren prophezeit. Die technischen Qualitäten ließen zu wünschen übrig; einen Außenstürmer werde es nach Overmars aus den Niederlanden vorerst nicht mehr geben.

Cruyff hat, wie immer, würden die holländischen Fußballfans sagen, recht. War es vor Jahren noch undenkbar, dass ein Klub der ersten Liga nicht in einem forsch-offensiven 4:3:3 oder 3:4:3-System antrat, so ist das jetzt in
der durch Eindhoven, Rotterdam und Ajax dominierten Spielklasse eher die Ausnahme.

Schon im Vereinsfußball werden die Niederländer sich künftig eher mit Glasgow Rangers oder anderen europäischen Klubs aus der zweiten reihe um einen Champions-League-Platz streiten. Die hohe Platzierung in der europäischen Wertung (bedingt durch die Ajax-Erfolge Mitte der 90er Jahre) geht spätestens nächstes Jahr verloren

Zwar hat der holländische Fußballverband schon vor einiger Zeit die Notbremse gezogen, einen Masterplan für die Jugendfußballausbildung erstellt, doch bis der wirksam wird, müssen die Niederländer international
kleine Brötchen backen. Ganz sicher die Nationalmannschaft, wo es fraglich erscheint, wo Bondscoach Louis van Gaal ("Ich will zweimal Weltmeister werden") tatsächlich seinen bis 2006 laufenden Vertrag erfüllen will und
kann.

Fast schon tragisch gestern in Dublin die letzten 20 Minuten, als Louis van Gall seinen Akteuren zurief "Blijven voetballen, blijven voetballen - weiter Fußball spielen" - die aber unentwegt die Bälle aus dem Mittelfeld
vors irische Tor schoben, ohne eine einzige echte Torchance herauszuspielen. Fernsehmoderator Mart Smeets formulierte es salopp: "Für den Sommer 2002 können die Oranje-Fußballer bereits Urlaub planen." Nur nicht in Japan oder Korea; der Zug zur WM im nächsten Jahr muss ohne Orange auskommen.

2-September-2001

 
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