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Sport in Holland - Wie man in Nijmegen deutsche Jugendfußballer scoutet
 

Projekt Kleve des NEC Nijmegen oder: Warum die Holländer in Deutschland Fußballtalente sichten

Von EGON BOESTEN

Nijmegen/Kleve. Wer die katholische Universitätsstadt Nijmegen (deutsch: Nimwegen) betritt, denkt nicht an Fußball. Stolz weist Kaiser Trajanus auf die eisenschwere Rheinbrücke, die im Krieg einige Male zu Bruch ging, ebenso stolz weist die monumentale Figur am Ortseingang von Nijmegen auf die lange Geschichte der Stadt, die neben Maastricht zu den ältesten gehört. Die Römer und später Kaiser Karl hinterließen ihre Spuren. Rembrandt-Schüler Govert Flinck (1615-1660) imitierte vor mehr als dreihundert Jahren seinen meister aus dem Amsterdamer Judenviertel so perfekt, dass heute ganze Wissenschaftlerstäbe damit beschäftigt sind, Original und Fälschung voneinander zu scheiden.

In der City herrscht wie fast jeden Tag Trubel. Marktgeschehen auf dem Plein 44 ebenso wie auf dem Gemüse- und Blumenmarkt in der Nähe des Rhein-Boulevards. Die Menschen nutzen jede Sonnenstunde, um sich bei "koffie en appelgebak" ins Freie zu setzen. Auch die mehr als 10.000 Studenten, die Nijmegen zu einer ausgesprochen jungen Stadt machen, reden nicht oft über Fußball. Der heimische NEC spielt zwar seit Jahr und Tag in der holländischen Ehrendivision, der ersten Liga, aber das, was die Zuschauer im altehrwürdigen de-Goffert-Stadion zu sehen bekamen, was alles andere als erstklassig.

Die sportliche Bilanz der Kicker aus Nimwegen war eher eine Gratwanderung zwischen Sein und Nichtsein - zwischen Abstiegsplatz und Relegation. Das hat sich erst im vergangenen Jahr geändert, als die Fußballer vom Rhein-Arm Waal sich urplötzlich im gehobenen Mittelfeld wiederfanden (Platz 8). Und auch diese Saison endet mit großer Wahrscheinlichkeit ebendort. Der Grund: In Nimwegen hat sich eine Menge verändert - eine Veränderung, die mit der Position des Ersten Vorsitzenden und seines Technischen Direktors verbunden ist: Hans van Delft und Leen Looyen. Das, was beide bisher erreicht haben, kann sich auch außerhalb der Tabelle sehen lassen. An der Stelle des alten Stadions, das entsteht in diesen tagen ein supermodernes Stadion für knapp 10.000 Zuschauer. Kosten: nicht mehr als umgerechnet 16 Mio. Mark.

Um dort auch ab Herbst noch besseren Fußball zeigen zu können, haben sich die Macher hinter den Kulissen des Klubs einiges einfallen lassen. Neben den Projekten Tampere und Geel, eine enge Zusammenarbeit mit dem finnischen Klub, der von Litmanen-Berater Harri Kampmann, und den zweitklassigen Belgiern sticht das Projekt Kleve ins Auge. Leen van Looyen macht aus seiner Seele keine Mördergrube und plaudert im holländischen Fußball-Fachmagazin locker über die Absichten, die NEC in der knapp 25 Kilometer benachbarten
deutschen Stadt Kleve verfolgt: "Komischerweise hört für niederländische Klubs das Sichten von Talenten an der Grenze auf, selbst Vitesse (Arnheim, Trainer Herbert Neumann), ist nicht in Deutschland aktiv."

"Deswegen haben wir rund um Kleve einen Kreis von 25 Kilometern gezogen; in diesem Gebiet werden wir intensiv Jugendspieler suchen." Die Konkurrenz ist weit weg. Nimwegen Looyen nennt Mönchengladbach: "Von unseren Kontaktpersonen hören wir, dass zur niederländischen Jugendfußball-Ausbildung aufsieht. Davon wollen wir profitieren."

Man glaubt in Nimwegen, dass Spieler lieber in Holland in der ersten Liga spielen, als in Deutschland in der Regionalliga oder in der Zweiten Bundesliga. Leen Looyen im Voetbal International: "Wir werden nicht nur im
Altersbereich zehn bis zwölf Scoutteen, sondern auch zwischen 12 und 14/15." Seine Begründung ist gleichzeitig eine kleine Verbeugung vor dem deutschen Fußball: "Deutsche Fußballer haben Eigenschaften, die wir sehr interessant finden."

Die Zusammenarbeit mit den Schulen in Nijmegen ist für den NEC ein Erfolg; fünf Spieler sind bereits in verschiedenen Auswahlmannschaften des Landes. Nichtsdestotrotz sollen deutsche Kinder, so sie beim Auswahltraining in Nimwegen mitmachen, mit Autobussen hin- und hergefahren werden." Die Resonanz scheint positiv. Leen Looyen: "Wir haben bereits mit vielen deutschen Amateurklubs Kontakt aufgenommen, jeder findet die Idee gut."

 
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