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Streifzug durch zwölf Provinzen - Friesland, 8. Teil
 

31. Terpenroute

In der gesamten Provinz gibt es 1000 Terpen. Das sind aufgeworfene Hügel, die in der Zeit zwischen 250 vor unserer Zeitrechnung und dem Jahr 1000 von den Menschen zum Schutz gegen das Wasser gebaut wurden. Der Bau von Terpen, auf denen Häuser, Kirchen, Bauernhöfe und auch Dörfer entstanden, endete mit
dem Jahr, in dem man auch begann, Deiche zu bauen. Die Terpenroute ist in Friesland ausgeschildert. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten werden erläutert.

Das Terp-Dorf Witmarsum hat zwei berühmte Söhne der Stadt. Bürgermeister-Sohn Pim Mulier (1865-1954) war der Gründer des Niederländischen Fußball-Verbandes. Mulier war aber nicht nur ein großer Liebhaber des Fußballsports. Er hat auch dem Cricketsport, dem Elfstedentocht und dem Kaatsen in Friesland entscheidende Impulse gegeben. Menno Simons, 1496 in Witmarsum geboren, wurde dort 1531 Pastor, schloss
sich allerdings fünf Jahre später den Wiedertäufern an, die die Kindstaufe ablehnten ebenso wie Waffengewalt. Simons, an den das Menno Siemons-Denkmal außerhalb von Witmarsum erinnert, musste fliehen und starb 1561 im schleswig-holsteinischen Oldesloe.

Eigentlich gibt es in St. Anna Parochie, dem Hauptdorf der Gemeinde Het Bildt, nichts von Rembrandt, kein Bild, keine Arbeitsstätte, und doch wird die Gemeinde oft im Zusammenhang mit Rembrandt erwähnt, denn hier heiratete
der geniale niederländische Maler am 22. Juni 1634 Saskia van Uilenburgh, die Tochter des Bürgermeisters von Leeuwarden. Allerdings: Die Kirche, in der beide sich das Ja-Wort gaben ist abgerissen; das jetzige Gebäude der
Reformierten Gemeinde ist bereits das dritte. Die schwere Kupfertüre soll ein Geschenk des schwedischen Königs von 1700 gewesen sein.

Hoogebeintum
Der höchste Kirchturm von Friesland steht in Tsjom im Süden von Franeker, doch die höchste Terpe ist in Hoogebeintum. Die Terpkirche aus dem 12. Jh. mit einem gediegenen Interieur steht auf einem immerhin 8,80 Meter hohen Erdhügel. Die Terpe soll früher zehn ha gewesen sein.

In der Kirche von Genum ist ein kleines Terpenmuseum untergebracht; in Janum ist das Kirchenmuseum als Abteilung des Friesischen Museum in Leeuwarden. Mittelalterliche Bildhauerarbeiten und religiöses Kunstwerk wird
ausgestellt. Die romanische Backksteinkirche stammt aus dem Jahr 1200.

Birdaard liegt am Dokkumer Ee. In dem kleinen Ort wirkte Ruurd Wiersma (1914-1980), dessen naive Malerei heute im Ruurd-Wiersma-Haus, Mounewei 7, zu sehen ist. Die Brücke im Zentrum von Birdaard stammt aus dem Jahr 1853. Si ist erst seit 1937 zollfrei. Eine Interessengemeinschaft hatte sich lange stark gemacht, um das Zollgeld in Höhe von einem Dubbeltje (10 cent) abzuschaffen.

Barthlehiem ist ein markanter Punkt an der Strecke des Schlittschuh-Marathons. Von der Schenkerij De Vlier, Bartlehiem 13, auf dem kleinen Campingplatz aus hat man eine prächtige Aussicht über die Weite des
friesischen Landes. Ebenso gut speist man im Entcafé‚ de Winke, Wiens 30, einige Kilometer weiter in Richtung Leeuwarden in Wiens am Ee.

Das Landhaus De Klinge in Oudkerk ist im 17. Jh. als Aysma-state gebaut worden. Es ist heute ein moderner Hotel- und Konferenzbetrieb. Der Garten ist allein schon einen Besuch wert, angelegt durch den Gartenbauarchitekten
L. P. Roodbaard. Sein werk ist auch der Garten der Stania-state von Oenkerk. Stania-state bestand schon um 1700, obwohl es seine heutige Form erst seit 1843 hat. Einer der Besitzer war übrigens Jan de Wit, Geschäftsführer der
Ostindischen Kompanie.

Veenwouden ist in zweierlei Hinsicht interessant: Zum einen steht dort der Schierstins, der einzuige freistehende Verteidigungsturm von Friessland, ein wuchtiger viereckiger Turm aus dem 12. Jh. In Veenwouden wurde auch der
bekannte niederländische Schriftsteller Theun de Vries geboren (1907), der 1968 den angesehen P.C.Hooft-Preis erhalten hat.

Die Maartenskerk in Kollum aus dem 12. Jh. ist eine der schönsten gotischen Kirchen Frieslands. Das Rathaus ist ein im Empire-Stil 1808 errichtetes Herrenhaus. In der Nähe von Kollum (bei Burum) ist das Greate Eare,
Teleskop- und Parabolantennen für Satelitten-Kommunikation mit einem Durchmesser von 28,5 bis 30 Meter.

Die Dorfkirche von Anjum ist aus dem 12. Jh. Die Mönchsmühle De Eendracht ist von 1889. Im Museumsteil sind landwirtschaftliche Werkzeuge zu sehen. Das Flachsverarbeitungsmuseum im benachbarten Ee zeigt neben den entsprechenden Gerätschaften auch die einzelnen Arbeitsvorgänge. In Oostmahorn hat man von den beiden Cafés (Paviljoen Toxopeus und Restaurant Meerzicht) aus eine herrliche Aussicht über das Lauwersmeer.

Im Mittelpunkt von Moddergat am Wattenmeer (zwei Kirchen, drei Cafes, ein Museum und ungefähr 550 Einwohner) steht das Museum 't Fiskershuske. Es besteht aus drei Häusern "De Blaes", "De Aek" und "Fiskershuske" (1794).
Zentral in der Ausstellung, die das Alltagsleben der Menschen an der Küste im 19. Jh. thematisiert, ist das Unglück von 1883 und 1893, bei denen 83 und 22 Menschen ums Leben kamen. Die Namen der Fischer sind auf dem Denkmal auf dem Deich festgehalten. Im Dorf leben noch Einheimische, aber auch viele Deutsche, die sich ein leerstehendes Haus als Zweitwohnung gekauft haben,

Holwerd
Im Jahr 1991 erhielt Holwerd den Status geschütztes Dorfbild. Die Kirche aus dem 17. Jh. und die Mühle De Hoop bestimmen die Silhouette des Dorfes, von dessen Anlegesteiger im Norden die Fähren zur Insel Ameland fahren.

 
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