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Streifzug durch zwölf Provinzen - Friesland, 4. Teil
 

Früheres Altenheim
Im Dreieck Peperstraat, Kleine Kerkstraat und Kruizebroederstraat steht die Verwaltung des Old Burger Weeshuis (Kleine Kerkstraat), das frühere Waisenhaus (Kruizebroederstraat) und das neue Waisenhaus. Das
Verwaltungsgebäude (Administratie van het Old Burger Weeshuis) stammt aus dem Jahr 1904 von Nicolaas Molenaar und gilt als eines der am besten erhaltenen neogotischen Bauwerke der Niederlande. Das frühere Waisenhaus baute 1854 der Amsterdamer Architekt Is. Warnsinck, damals das modernste Gebäude dieser Art im Land. Breunissen Troost arbeitete als ausführender Architekt daran, blieb daraufhin in Sneek und hinterließ in der Stadt und ihrer Umgebung viele interessante Bauwerke. Vom Sneeker Architekten Geert Stapensea ist das neue Waisenhaus aus dem Jahr 1913; besonders bemerkenswert die glasierten Giebelsteine von W. C. Brouwer (1877-1933) aus Leiderdorp.

Rathaus
Der dekorative Stil des Rokoko (18./19. Jh.) äußert sich besonders auffällig am Sneeker Rathaus, Marktstraat. Zwar vereinigt das Sneeker Verwaltungsgebäude viele Baustile, doch beherrscht der Rokoko-Stil die Vorderfront mit Doppeltreppe. Sneek wurde im 17. und 18. Jh. bedeutsamster Handelsplatz für Molkereiprodukte. Das Rathaus, eine Erweiterung des Baus aus dem 15. Jh. am Marktplatz, war Ausdruck des neuerlangten Reichtums. Das
spätmittelalterliche Gebäude wurde 1730-1736 und 1744, anlässlich der Hochzeit des friesischen Statthalters Willem Carel Hendrik Friso mit Anna von Hannover, der englischen Kronprinzessin, im barocken Stil erweitert. In
den 60er Jahren des 18. Jh. erhielt das Rathaus sein heutiges Aussehen mit Verzierungen rund um den Rokoko-Giebel. Auch der Glockenturm auf dem Turm ist reich verziert. Das Interieur der Halle stammt von Jan Batist Singer.
Die Standuhr aus dem Jahr 1805 ist aus der Werkstatt des Sneeker Uhrmacher H. Akeringa. In der Schützenkammer wird auch der Helm von "Greate Pier" aufbewahrt, einem friesischen Freiheitskämpfer und Pirat des 16. Jh., der seinen Lebensabend in Sneek verbrachte. Sein Schwert wird im Friesischen Museum von Leeuwarden aufbewahrt.

Die ursprünglich spätgotische Martinikerk (12) bestimmt mit ihrem Glockenturm das Bild der alten Innenstadt. Die Kirche ist aus dem 15. Jh., im Laufe der Jahrhunderte aber sehr oft umgebaut worden. Der romanische
Westteil mit zwei Türmen war bereits 1681 eingestürzt; das Glockengestühl mit 47 Glocken gab es bereits im 15. Jh. im Südteil der Kirche; es wurde 1771 vollständig erneuert. Die Orgel ist von Arp Schnitger (1710). Die
rundum die Kanzel gruppierten Kirchenbänke sind 1872 konstruiert worden.

Außerhalb der Festungsanlagen des Bolwerk (1) gibt es großzügig angelegte Spazier- und Wanderwege im Wilhelminapark im Nordwesten der Stadt Sneek sowie im südwestlich gelegenen Julianapark. Der Bahnhof von Sneek ist aus dem Jahr 1880 und wird umgeben von einem Neubaugebiet.

 

Ijlst
Zwar wurde Ijlst im Laufe seiner Geschichte nie groß, doch durfte man sich schon im 13. Jh. Stadt nennen. 1424 sind die IJlster Stadtrechte schriftlich verbrieft. Die Niederlassung an der Mündung des Ee in die frühere Middelzee wurde durch die Schifffahrt bestimmt; das Stadtwappen zeigt es. Auch als das friesische Mittelmeer (Middelzee) im 14. Jh. versandete, wahrte Ijlst seine Position im Handel trotz übermächtiger Konkurrenz von Sneek. Der Stadtkern besteht aus zwei Grachten; die Stadtgracht ist ein von Bäumen umgebener Kanal mit einfachen Häusern. Der
Messingklopper, Eegracht 31 ist ein Renaissance-Gebäude mit einem 1669 datierten Treppengiebel. Warum das 1926 restaurierte Haus so heißt, weiß man nicht. Urkundlich wird 1886 die Versteigerung des Hauses erwähnt, "das seit alters her Messingklopper genannt" wurde. Auf der gleichen Seite der Eegracht die Doopsgezinde Kerk, 1857 von Meinse Molenaar gebaut mit neo-klassizistischem Glockengiebel. Die Reformierte Kirche ersetzte 1830 die mittelalterliche St. Mauritiuskerk; die Kanzel ist von 1672. Das Rathaus gegenüber an der Eegracht datiert von 1859, ist allerdings schon das vierte Gebäude. Die Glocke im Dachturm stammt noch aus dem Mauritiuskloster (15.
Jh.). Der Ratssaal ist im Biedermeier-Stil errichtet. Die Stadtsilhouette wird allerdings durch die 1830 aus dem Zaanstreek stammende Sägemühle geprägt.

 

Sloten
Dass Sloten, entstanden im Mittelalter, eine Festungsstadt war, ist auch heute noch gut zu erkennen. Wallanlagen gab es bereits im 13. Jh. Unklar ist dagegen, ob Sloten gewachsener Kern ist oder gegründet wurde und sich dann
entwickelte. Die Stadt Sloten wird zum erstenmal 1426 erwähnt; die Stadtrechte sind wahrscheinlich älteren Datums. Seit dem 17. Jh. ist das knapp 650 Einwohner zählende Sloten innerhalb der Festungsanlagen mit
Bastionen (16. Jh.) nicht mehr gewachsen. Prinz Willem von Oranien ordnete den Bau des Walls an (1581). 1588 missglückte eine Liste der Spanier, Sloten zu erobern. Ein Verräter aus dem benachbarten Tjerkgaast wollte mit in
Bierfässern versteckten spanischen Soldaten die Festung betreten. Sein Verrat wurde entdeckt; der Verräter enthauptet. 1917 restaurierte man die südöstliche Bastion und auch die beiden erhaltenen Wassertore (Leemsterpoort und Woudsenderpoort). Die stadsherberg aus dem 18. Jh. am Voorstreek ist heute ein Restaurant. Das Haus Voorstreek 118 hat einen Treppengiebel aus dem Jahr 1644. Taverne 't Bolwerk, Voorstreek 116/117 ist ein gemütliches Restaurant mit Cafe-Atmosphäre. Auf der gegenüberliegenden Seite der Gracht ist der Herenwall mit dem Rathaus aus dem Jahr 1759, Herenwal 48. Hier ist auch das städtische Museum mit einer umfangreichen Sammlung von Zauberlaternen (vom früheren Lehrer Pieter Bonnet zusammengetragen). Die frühere Pfarrei besteht aus zwei Gebäuden (1610 und 1671). Das benachbarte Kaaspakhuis (17. Jh.) sowie das Gebäude mit dem Butterfass im Giebelstein sind nur zwei von vielen gut erhaltenen Grachtenhäusern aus dem 17. und 18.
Jh. Die Niederländisch Reformierte Kirche am Kapelstreek (1647 komplett erneuert) hat ein Tonnengewölbe; Kanzel und Gestühl sind aus Eiche. Die aus 1500 Pfeifen bestehende Orgel (1786) kam aus der Werkstatt des Leeuwarder
Orgelbauers Van Gruysen. Die zur Kirche von Tjerkgaast gehörende Kapelle wurde 1570 auf Anordnung des einzigen Bischofs in Friesland, Cunerus Petri, Pfarrei-Kirche. Die Getreidemühle an der Lemsterpoort im Süden der Stadt (1755) wurde 1928 auf Betreiben engagierter Bürger vor dem Abriss bewahrt und ist samstags von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen. Die Kanone der Lemsterwaterpoort wird in der Hochsaison freitags einmal betätigt. Die
Sloter Schützengilde stellt darüber hinaus in den Sommermonaten einen Stadtrufer - den einzigen in Friesland.

 

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