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Streifzug durch zwölf Provinzen - Friesland, 3. Teil
 

Im Nordosten der Innenstadt erhebt sich der Kirchturm der Bonifatiuskerk (7), Voorstreek. Die katholische Kirche wurde 1884 eingeweiht und nach den Plänen von P. J. H. Cuypers gebaut. Die neo-gotische Kirche ist dreiteilig
und in Form eines lateinischen Kreuzes angelegt. Der Turm ist 75 Meter hoch und damit auch der höchste der Provinz. Die Turmspitze wurde 1976 bei einem Sturm vernichtet, 1980 vollständig erneuert.

Die Centraal Apotheek, Voorstreek/Ecke Tuinen (), ist ein Jugendstil-Haus aus dem Jahr 1905 (Architekt Broekema). Das Giebelsteinbild zeigt die Göttin der Gesundheit, Hygiea mit einem Medizinbecher und der Schlange in der Hand.

Die Geschichte Frieslands von der Frühgeschichte bis in die Neuzeit ist zentrales Motiv des Fries Museum, Turfmarkt 24 (18). Das frühere Eysinga-Haus wurde 1781-83 gebaut. Es umfasst eine der umfangreichsten
provinzialen Sammlungen der Niederlande mit kulturhistorischem Schwerpunkt.

Gegenüber dem Museum ist die Kanselarij (8), Turfmarkt 13. Im 1566-1571 errichteten Gebäude war der Sitz des Hofes von Friesland. Aufbau und Einteilung sind gotisch (Bartholomeus Jansz, Baumeister Philipp II:), verrät
aber schon den Einfluss der Renaissance (Eingangsbereich, Doppeltreppe von 1621). Das Bild auf der dreiteiligen Dachsäule zeigt Kaiser Karl V.

In der Verlängerung des Turfmarkts liegt das Provinciehuis von Friesland (3), Tweebaksmarkt 52. Der Sitz der Provinzialverwaltung ist in einem Gebäude aus dem Jahr 1580; der klassizistische Vordergiebel stammt von 1784.
Den neo-gotischen Statenzaal entwarf Architekt Van Lonkhorst 1891, die Dekoration Ype Wenning.

Sehenswert in der Sint Jacobsstraat sind die Giebelhäuser aus dem 17. und 18. Jh. mit Treppengiebel (Nr. 7) und Säulengiebel (11).

Die Waage (4) auf dem Waagplein ist ein Renaissance-Gebäude aus den Jahren 1595-1598. Bis 1884 war es das Zentrum des Käse- und Butterhandels; das rundum laufende Wetterdach sollte die Butter gegen das Sonnenlicht schützen. Heute ist dort eine Bank und ein Imbiss-Restaurant. Gegenüber der Waage steht das Friese Paare, eine Bronze-Statue von Auke Hettema.

Der Justizpalast (12) am Wilhelminaplein/Zaailand ist ein neo-klassizistisches Gebäude aus den Jahren 1846-1852 mit imposantem Säulenportal. Auf dem Marktplatz ist montags und freitags allgemeiner Wochenmarkt. Das Widerstandsmuseum (38) ist am Zuiderplein 9-13 und hält durch eine packende Ausstellung die Erinnerung an die Kriegsjahre in Friesland wach. Die auf einem 10 mal 10 Meter großen Betonpfeiler stehende
Girokantoor an der Tesselschadestraat 1 wurde 172 vom Architekten Bonnema errichtet, von Van Gool Ende der 70er Jahre erweitert.

 

Sneek (29 282)
Auf dem Weg von Leeuwarden nach Sneek führt der Weg an Marssum vorbei mit einem der besterhaltensten Kirchen-Interieurs (17.) und den Landhäusern Heringastate (16. Jh.) und Popta-Gasthuis (1711). Sneek ist die Stadt mit dem Wassertor, Teil der im 16. Jh. aufgeworfenen Verteidigungsanlagen. Sneek, 1296 zum erstenmal urkundlich erwähnt, ist heute in erster Linie Zentrum des Wassersports in Friesland. Ende Juli ist der letzte Tag des
Skutsjessegeln vor Sneek; am ersten Augustwochenende wird die Sneek-Woche mit einer Flottenparade eingeleitet.

Waterpoort
Das charakteristische Wassertor von Sneek steht im Nordwesten der Stadt. Zwar gehört es zu den Verteidigungsanlagen, die in diesem Teil von Sneek noch erhalten sind, doch diente es beim Bau nicht in erster Linie Verteidigungszwecken, sondern erfüllte die Funktion, den Reichtum der Stadt nach außen zu zeigen. Zwei achteckige schlanke Türme bestimmen das Äußere des Wassertors aus dem Jahr 1613. Im oberen Teil des Renaissance-Bauwerkes befindet sich die Torwächter-Wohnung. Der rote Backsteinbau ist reichlich verziert. Das Tor wäre wahrscheinlich nicht mehr erhalten geblieben, wenn sich nicht Victor de Stuers, Vater der Denkmalpflege in den Niederlanden, massiv für den Erhalt eingesetzt hätte (1876). Ein Jahr später wurde das baufällige Tor restauriert. Der Staat unterstützte dabei zum erstenmal die Restauration alter Bauwerke; 50 Prozent der Kosten übernahm das Reich. Malerisch das Bild im Winter, wenn vor dem Tor die Schlittschuhläufer auf dem Eis ihre Kreise ziehen; aber auch im Sommer, wenn Kajütboote auf ihre Passage durch die Sneeker Grachten zum Sneeker Meer warten. Der Wasserturm außerhalb der Festung Sneek ist 44 Meter hoch und stammt aus dem Jahr 1908
(Gerrit Halbertsma).

Hoogend
Die Gracht hinter dem Wassertor prägt mit prachtvollen Giebelhäusern das Sneeker Stadtbild. Das Gebäude auf der Ecke zum Grootzand hat einen hochgezogenen Treppengiebel und stammt aus dem 17. Jh. Zum Singel hin fällt
das frühere Twentsche Bierhuis von 1619 mit Vorbau und Hinterhaus auf. Die gegenüberliegende Seite der breiten Gracht dominieren Giebelhäuser aus dem 19. Jh. Die Neo-Renaissance-Gebäude aus dem frühen 20. Jh. wurden durch den Sneeker Architekten Nicolaas Molenaar entworfen (Grootzand 2, 52 und 66).

Die katholische St. Martinuskerk (13) entstand 1869-1871 am Singel nach Entwürfen von P. J. H. Cuypers. Der Turm der neo-gotischen Bauwerks ist nie vollendet. Als das Geld dafür zusammengebracht worden war, entschied die
Kirchengemeinde, es für den Bau eines Krankenhauses zu verwenden. So blieb es bei einer Mauer, die heute die Vorderfront des Gebäudes bildet, dessen reichlich verzierte Bleiverglasung das Interieur dominiert.

Doopsgezinde Kerk
Stadtarchitekt Pytter Rollema leitete 1841 die Arbeiten am Bau der Doopsgezinde Kerk. Die klassizistische Vorderseite beeindruckt vor allem durch ein dreieckiges Frontispiz auf hohen dorischen Säulen. Fenster und
Kanzel sind neogotisch, die übrige Inneneinrichtung neo-klassizistisch.

Fries Scheepvaart museum
Das Schifffahrtsmuseum, Kleinland 14, gehört zu einem Gebäudekomplex am Kleinzand und beleuchtet alle Aspekte der Sneeker Binnenschifffahrt sowie die Sneeker Heimatgeschichte. Kunsthandwerk (Silberschmiedewerke) und der Alltag der Menschen in den letzten drei Jahrhunderten sind Schwerpunkte der
Ausstellung. Besonders sehenswert: die Ypekolsgakamer, ein Zimmer mit Wandteppichen aus dem 18. Jh.

Das Nederlands Modeltreinenmuseum
Kleinzand 145, vermittelt einen Blick in die über 150jährige Geschichte der Eisenbahn in den Niederlanden - im Maßstab 1:25 oder 1:87. Die Besucher können die Modelleisenbahnen selbst bedienen. Die Stadsgalerie auf der
anderen Seite der Gracht (Kleinzand 94) ist ein Ausstellungs- und Arbeitsraum für Hobby-Künstler.

Das Kantonsgericht (6) steht an der Marktstraat seit 1838. Mit dem Entstehen des Königreiches der Niederlanden wurde auch die Rechtsprechung reformiert. Sneek wurde Sitz eines Kantongerichts. Stadtbaumeister Pytter Rollema schuf das Gebäude im strengen Empire-Stil. Das vorragende Mittelteil ist aus Naturstein mit reliefartigem Bildhauerarbeiten.

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