Goedemorgen - Ohne
Holland fahrn wir zur WM - stimmt: Die sind schon da
Von Egon Boesten
Die Internetseite erfreut sich großer Beliebtheit und auch
so mancher deutscher Fußballfan im Stuttgarter Stadion, der
die 0:1-Niederlage der Völler-Fußballer gegen Argentinien
verfolgte, hat es sich auf orangem
T-Shirt auf den Bauch geschrieben: das bekannte Ohne Holland
fahrn wir zur WM . . . Und sie haben Recht, denn die
Holländer sind schon längst am Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft.
Die Niederländer sind in Südkorea und Japan mit einigen
namhaften Stars vertreten. Allen voran Guus Hiddink, ehemaliger
Bondscoach im Land der Windmühlen und Holzschuhe, trainiert
seit zwei Jahren die südkoreanische
Nationalmannschaft. Die Erfolgserwartungen von Guus sind nicht allzu
hoch: Wenn die Südkoreaner nach dem letzten Gruppenspiel gegen
Portugal nicht die Koffer packen müssen, ist das Hiddink-Abenteuer
geglückt. Natürlich hat Guus Hiddink, der 1988 mit PSV
Eindhoven (und Koeman, Lerby und Van Breukelen)
Europacupsieger der Landesmeister wurde, auch einen Assistenten:
Pim Verbeek, ehemalige rechte Hand von Hollands beliebtestem Coach
in Hollands beliebtester Fußballstadt (Foppe de Haan, SC Heerenveen);
Raymond Verheyen macht die Südkoreaner als Physiologe fit;
Jan Roelfs erzählt als südkoreanischer Pressechef, dass
Hiddinks Mannschaft fit ist und Fußball spielen kann - zumindest
bis zum Abpfiff des letzten Vorrundenspiels gegen Portugal. Als
niederländischer Referee ist Jan Wegereef mit von der Partie;
ihm sagt man nach, dass er für knapp 180 Euro kein Spiel pfeift
- erst ab 450 Euro. Assistent Jaap Pool möchte ebenso wie sein
Hauptschiri in die Runde der letzten vier. Und mit Sicherheit wird
auch einer der Bobos des niederländischen Fußballverbandes
in Japan und Südkorea die holländischen Farben vertreten.
Bobos? - Diesen Ausdruck prägte Ruud Gullit 1988 in
München, als sich bei der EM-Siegerfeier der Holländer
mehr Bondsbonzen - Bundesbonzen zeigten, als es niederländische
Fußballer gab . . .
Man kann also sicher sein: Ohne Holland fahrn wir zur
WM - die sind schon da, wenn Rudi Völler mit seinen Fußballern
Quartier bezieht