Rotterdam/Berlin. Das Algemeen Dagblad in Rotterdam publiziert
in der Dienstagsausgabe ein Interview mit Innenminister Otto Schily.
Darin bezweifelt der sozialdemokratische Minister, dass die Niederlande
genug gegen den Drogenschmuggel unternehmen. "Die Entwicklungen
bereiten uns große Sorgen", erklärt Schily. Die
niederländische Politik der Drogenduldung weist Schily ab:
"Der Gedanke, dass man Probleme durch die Freigabe und liberale
Handhabung von Drogen kann lösen, wurde bisher nicht bestätigt."
Vor dem Hintergrund, dass Drogenkuriere auf dem Amsterdamer Flughafen
Schiphol kurz nach ihrer Festnahme freigelassen werden aufgrund
fehlender Zellen, meint der Bundesminister: "Was man in Amsterdam
sieht, bereitet uns keine Freude." Die freundschaftlichen Bande
zwischen Deutschland und den Niederlanden unterstreicht Schily in
diesem Interview ausdrücklich, meint aber (mit der ausdrücklichen
Unterstützung der Innenminister der 16 Bundesländer im
Rücken, es sei an der Zeit, in der Frage der Drogenpolitik
"ehrlich" zu sein. Die Frage danach, welche Reaktion er
auf Seiten der niederländischen Regierung unter der Leitung
des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten WIm Kok erwarte,
beantwortet Schily im Algemeen Dagblad
diplomatisch: "Ich glaube, dass die Niederländer sich
immer dadurch besonders hervorgetan haben, dass sie guten Argumenten
offen gegenüber stehen."
25-Feb-2002
45 Parteien bei Parlamentswahlen
Den Haag. Insgesamt 45 politische Parteien sind für die Wahlen
zur
Zweiten Kammer, dem niederländischen Parlament, zugelassen,
vier
weniger als noch vor vier Jahren. Bis Anfang April haben die Parteien
Zeit, ihre Kandidatenlisten in Den Haag vorzulegen, dann wird sich
zeigen, wieviele Parteien wirklich am 15. Mai zur Wahl stehen. Wer
das
versäumt erhält die Kaution von 450 Euro nicht wieder
zurück. Neben den
etablierten Partzeien Pvda, VVD, D 66, GroenLinks oder CDA haben
sich
bisher auch gemeldet: die Arabische Democratische Partij,
Vrouwvriendelijke Interactie und als bekannteste Liste Pim van Fortuyn,
kürzlich bei Leefbaar Nederland als Spitzenkandidat zurückgetreten.
22-Feb-2002
Das etwas andere Kneipenturnier
Rotterdam. Die Stadt Rotterdam will besonders gute Kneipen und
Restaurants auszeichnen. Es gibt jährlich einen Wanderpokal
für
Gaststätten, die eine soziale Funktion erfüllen. Die Stadtpartei
Rotterdam hatte dies vorgeschlagen, um die Orte, wo Menschen
miteinander lachen, weinen und diskutieren zu würdigen.