Goedemorgen - Olympia-Kandidaten:
Rotterdam und Antwerpen?
Rotterdam und Antwerpen überlegen Olympia-Bewerbung 2016
Von: Egon Boesten
Rotterdam. In der weltgrößten Hafenstadt Rotterdam
werden zurzeit Überlegungen angestellt, sich mit dem belgischen
Nachbarn Antwerpen um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele
von 2016 zu bewerben. Rotterdam gilt in den Niederlanden als "die
am meisten vorausstrebende Stadt", wie es der Parlamentarier
der rechtsliberalen mitregierenden VVD, Jan Rijpstra, formulierte.
Dass es bis heute noch keine Doppelbewerbung gegeben hat, sieht
m,an in Rotterdam nicht als Problem; man spekuliert darauf, dass
der IOC-Vorsitzende Jaques Rogge als Belgier möglicherweise
die Bewerbung langfristig unterstützt.
Nach den Spielen von Sydney hatten sich Vertreter aus Politik,
Wirtschaft und Sport informell darauf verständigt, Amsterdam
2028 als Bewerberstadt ins Rennen um die Sommerspiele zu schicken;
in der niederländischen Hauptstadt fanden die Sommerspiele,
bei denen zum ersten Mal Frauen antreten durften, im Jahre 1928
statt, 100 Jahre vorher.
Harrie Been, Direktor der Fußball-EM von 2000, glaubt, dass
die Niederlande die Organisation von Sommerspielen bewältigen
könnten. "Viel mehr Probleme als während der EM wird
es nicht geben." Dagegen ist der Vorsitzende der Dachorganisation
von NOC*NSF, NOK und Sportbund der Niederlande, Hans Blankert, übrigens
ein Rotterdamer, eher skeptisch: er hält die Initiative für
chancenlos: "Aber das darf ich in meiner Funktion natürlich
nicht sagen."
Joop Atsma, Christdemokrat und Präsident im niederländischen
Radsport, ist da optimistischer, bezweifelt allerdings, dass man
"das ganze Land acht Wochen lahm legen kann". Er glaubt,
dass die Niederlande in der Lage wären, Winterspiele zu organisieren,
zum Beispiel mit Deutschland. "Eisschnelllaufen in den Niederlanden,
die anderen Veranstaltungen in die Berge." Der oberste Boss
der niederländischen Radrennfahrer erwartet, dass
es noch mehr Sommerolympia-Kandidaten gibt, die ernsthaft über
die Bewerbung für die Ausrichtung von Winterspielen nachdenken.