Typisch Holland
  Niederländisches ABC
  Städte und Gemeinden
  Provinzen
  NL in Zahlen
  Wirtschaft
  Die Landschaft
  Geschichte
  Sport
  Who is who
  Königshaus
  Deutschland-Niederlande
  Fiets heißt Fahrrad
  Niederländisch sprechen
  Übernachten
  Essen und Trinken
   
Goedemorgen
   
  Arbeiten in Niederlanden
  NL im Ausland
  Niederländische Literatur
  Service
  Kontakt
  Impressum

 

 
Goedemorgen - Roy Makaay - der Junge aus den Wiesen zwischen Maas und Waal
 
Von Egon Boesten

La Coruna/Arnheim. Nach dem 3:0 der Oranje-Fußballnationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich, war nicht nur Günter Netzer mit "seinen Holländern" wieder ausgesöhnt - einer strahlte ganz besonders: Roy Makaay. Der 27-jährige Goalgetter von Deportivo La Coruna durfte nach sechs Jahren mal wieder eins seiner ganz wenigen Länderspiele von Anfang an mitmachen. Und er dankte es Bondscoach Dick Advocaat auf seine typische Art und Weise - mit einem Tor. Spitzbübisch freute er sich nach dem dreifachen Coup gegen Bayern vor knapp sechs Wochen. "Es gibt nichts Schöneres, als gegen die Deutschen Tore zu schießen", diktierte er verschmitzt der internationalen Presse in die Notizblöcke.

Nach dem erfolgreichen Länderspiel meinte Roy Makaay: "Ich merke nun, dass das, was man im Verein leistet, auch mitzählt." Vor dem Hintergrund der Konkurrenz von Manchesters Ruud van Nistelrooy (den Makaay ins zweite Glied bei Oranje verdrängte), Pierre van Hooijdonk (Rotterdam), Jerrel Hasselbaink (Chelsea) sagt Makaay nicht ohne Stolz: "Ich bin jetzt die Spitze von oranje." - Um allerdings gleich wieder hinzuzufügen: "So lange es dauert."

Hollands Fußballlegende lobt Makaay in höchsten Tönen: "Er versteht wie kein anderer die Kunst des Laufens ohne Ball." Sich rechtzeitig lösen, im richtigen Augenblick weglaufen. Seine Kaltschnäuzigkeit komme hinzu. Dass er in jedem Spiel mit hautenger Manndeckung rechnen muss, ist nicht ungewohntes. "Ach", sagt Makaay, "das kenne ich schon seit drei Jahren bei Deportivo."

Da, wo er herkommt, aus dem kleinen Dörfchen Wijchen, ist man Ungemach gewohnt. Der Rhein, der sich kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze in Lek und Waal teilt, hat die Region schon mehr als einmal unter Wasser gesetzt, zuletzt 1995. Da war der berühmteste Sohn der Gemeinde allerdings schon auf dem Weg zu einem großen Fußballstar. Roy Makaay (27) war Fußballprofi bei Vitesse Arnheim (u. a. Trainer Herbert Neumann) geworden. Zwei Jahre nach seinem Debüt im niederländischen Ligafußball festigte er seinen Ruf als Torjäger. 1997 war er so gut geworden, dass man in Spanien auf ihn aufmerksam wurde. "Teneriffa ist ein gutes Sprungbrett", meinte Makaay hoffnungsvoll - und lehnte ein Angebot von Ajax Amsterdam ab, das damals gerade Europa unter Trainer Louis van Gaal beeindruckte.

Aber es sollten vorerst keine goldenen Jahre werden, denn mit Teneriffa ging es immer gegen den Abstieg. Zwar war der Klub gerade im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Schalke 04 gescheitert, doch nach zwei Jahren und unendlich vielen Trainerrausschmissen, kam das Aus. Nicht für Makaay. Er erhielt ein Angebot von Deportivo la Coruna. 18 Mio. Gulden bezahlte der Provinzklub, der so gern unter den Großen in Spanien mitmischen will, für den Holländer aus der Provinz Gelderland, umgerechnet etwa 7 Mio. Euro.

Für heutige Verhältnisse ein Schnäppchen. Makaay machte schnell seinem Ruf als Torjäger alle Ehre. Und das bei großer Konkurrenz: "Bei Coruna haben wir vier Spitzen, die alle Klasse haben." Doch Makaay setzte sich durch, steht seit 1999 in fast allen Spielen der spanischen ersten Liga in der Anfangsaufstellung des Meisters von 2000. Roy Makaay dankte es mit vielen Toren. Makaay: "Deportivo ist schon lange kein Provinzklub mehr, der einfach nur nett mitmachen will." Und weiter: "Wir sind besser als im Vorjahr, und auch da waren wir schon die einzige Mannschaft, die mit Real Madrid
mithalten konnte."

Dass er in seinem Heimatland nicht zu den ganz großen Stars gerechnet wird, hat wenig mit den Torjägerqualitäten von Makaay zu tun. Vor dem Mann aus Wijchen bei Nijmegen zwischen den großen niederländischen Flüssen Waal und Maas, stehen immerhin so renommierte Spitzen wie Patrick Kluivert
(Barcelona), Pierre van Hooijdonk (Feyenoord), Ruud van Nistelrooy (Manchester) oder Jerrel Hasselbaink (Chelsea). Und die haben bei den Oranje-Bondscoaches - ob nun Rijkaard, Van Gaal Advocaat - immer den Vorzug erhalten. Als Roy Makaay drauf und dran war, sich endlich als erste Wahl für die niederländische Nationalmannschaft anzubieten, vor dem EM-Halbfinale vor zwei Jahren gegen Italien, verletzte er sich. Nach Österreich-Niederlande, Makaays 18. Länderspiel, hat sich da einiges geändert.

Copyright: Egon Boesten@t-online.de

 
Ihre Meinung l Ihre Ergänzung l Ihr Beitrag für holland-news.de l Familienbande