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Goedemorgen - Drohbriefe an Guus Hiddink
 

Vor dem Champions-League-Spiel demonstriert Eindhovens Trainer Guus Hiddink Entschlossenheit – trotz des Erhalts eines Drohbriefes mit zwei
Kugeln

Von Egon Boesten

Der Brief mit zwei Kugeln Inhalt, den Eindhovens Fußballtrainer Guus Hiddink empfing, hätte um ein Haar der Schlusspunkt in der Karriere des Coaches bedeutet. Guus Hiddink. Im August erhielt der Trainer, dem während der WM (und auch danach) Südkorea zu Füßen lag einen Brief. „Wenn ich genauso viel und erfolgreich bei PSV leiste wie mitSüdkorea, dann würde ich erschossen werden“, gab Hiddink erst vor einigen Tagen in einer englischen Zeitung bekannt.

„Eine Kugel war bestimmt für die niederländische Meisterschaft, eine für die Champions League.“ In der niederländischen Ehrendivision (1. Liga) startete die Philips-Sportvereinigung neben Ajax und Feyenoord wieder mal als Titelfavorit; in der Champions League sind alle so genannten „großen Drei des niederländischen Fußballs“ vertreten.

Eindhovens Pressesprecher, der Chilene Pedro Salazar, erläuterte: „Was Hiddink über den Inhalt des Briefes sagt, ist richtig. Ich war selbst dabei, als wir die Post öffneten.“ Das geschah im August. Seitdem hat der vielfache niederländische Meister nichts mehr von der Polizei und dem Drohbriefschreiber gehört. Salazar: „Das muss kein schlechtes Zeichen sein. Die Polizei arbeitet in solchen Fällen gern in aller Stille.“

Der Trainer, der mit Ausgang der WM einen Vertrag bei seinem alten Klub unterzeichnete, zeigte sich auch noch Wochen dem Erhalt des Briefes konsterniert: „Es sah alles vielleicht nicht ganz so ernst aus, aber ich habe es sehr wohl ernst aufgenommen. Es war eine sehr schwere Zeit für mich.“ Freimütig gab er in einem Interview mit der englsichen Zeitung London Evening Standard zu: „Ganz kurz habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, mich aus dem Fußballgeschäft zurück zu ziehen und mich in Madrid niederzulassen.“ Hiddink hatte 1998 kurze Zeit (und erfolglos) Real Madrid trainiert, ehe er im Jahre 2000 das Engagement in Südkorea annahm.

Hiddink ist nach Frank Rijkaard (Ex-Sparta Rotterdam), Bert van Marwijk (Feyenoord) und Henk Kessler (Direktor des niederländischen Fußballverbandes KNVB) der vierte Vertreter des niederländischen Profi-Fußballs, der einen Drohbrief mit Pistolenkugeln erhielt. „Der Fußball muss gewinnen“, erzählt Guus Hiddink in Eindhoven und versucht selbst, die Drohungen in den Hintergrund zu rücken. „Den sportlichen Druck mag ich, das setzt Energien frei“, sagte er freimütig, „aber all das andere bedrückt. Es frisst Energie, ärgerliche und nervende Energie. Wir müssen das gemeinsam angehen, um es beiseite zu stellen. Um Frische zu bekommen – und Spaß an der Arbeit. Nur versuchen wir das zurzeit auf eher künstliche und angestrengte Art und Weise.“ Seine Mannschaft ist nicht nur durch den Drohbrief für den Trainer geschockt; auch als Feyenoord Trainer Bert van Marwijk einen ähnlichen Brief mit Pistolenkugeln erhielt, zeigte man sich beim Rivalen in Eindhoven konsterniert. PSV-Nationalspieler Marc van Bommel ist Schwiegersohn des Feyenoord-Trainers.

Vor dem Hintergrund verblassen die Konflikte, die Hiddink ins Haus stehen ob seines südkoreanischen Engagements. Bärbeißig vermeldete das Finaciele Dagblad, Hiddink gehe mit seinem Millionen schweren
Werbevertrag bei Samsung in Südkorea fremd. Der PSV-Trainer ist vor einigen Monaten auch deshalb verpflichtet worden, um Sponsor Philips auf dem asiatischen Markt zu featuren. In der Konzernzentrale, inzwischen von Eindhoven nach Amsterdam verlegt, zeigte man sich verschnupft über Hiddinks Ausflug vor einigen Wochen.

Copyright: Egon Boesten@t-online.de

 
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