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Goedemorgen - Deutschland gegen Holland durch die Hintertür?
 

Niederländer sympathisieren mit Hiddink und glauben an einen Weltmeister Südkorea

Von Egon Boesten

Hilversum/Amsterdam. Als Analytiker des niederländischen Fernsehens NOS, das zur Freude aller Deutschen im Grenzgebiet zwischen Emden und Aachen jedes Spiele live überträgt, hatte Hollands Fußballorakel und Europas Fußballer des Jahrhunderts, Johan Cruyff schon vor knapp zwei Wochen formuliert: "GuusHiddink ist der Protagonist der holländischen Fußballschule." Cruyff, der in Barcelona lebt und zwischen Amsterdam und der katalanischen Hauptstadtpendelt, sieht die Leistungen von Hiddink vor allem im technisch-taktischen Bereich.

Die Niederlande sind allerdings noch längst nicht massenweise als Fußballfan auf Südkorea umgestiegen. Die Zuschauerzahlen vor dem Bildschirm bewegten sich zwei Wochen lang im Land des Europameisters von 1988 kaum über die Millionengrenze (zum Vergleich: Bei der EM sahen zum Teil 11 bis 12 Mio. Niederländer zu). Allerdings bewegt sich die Kurve allmählich nach oben. Am Dienstag sahen schon 1,3 Mio. Oranje-Fußballfans das Spiel von Südkorea gegen Italien. Beim Spanien -Spiel der Mannschaft von Trainer Guus Hiddink, Co-Trainer Pim Verbeek und Konditionstrainer Raymond Verheijen waren mehr als zwei Millionen Niederländer Augenzeuge vor dem Bildschirm. Wegen Guus (sprich: Chüüs) suchen die Holländer nicht massenhaft wie in besseren
Oranje-Fußballzeiten die Cafés auf, sondern haben nur ihre Sympathien eindeutig verteilt. Natürlich für Hiddink und seine Mannschaft. Eine Umfrage belegt, dass zwei Millionen Niederländer glauben, dass Hiddink mit seiner
Mannschaft jetzt Weltmeister wird.

Die Sympathien lassen sich weniger auf typisch-holländische Feste-Feiern festmachen, sondern mehr auf der kommerziellen Schiene. Hatten die Fernsehanstalten anfangs Mühe, überhaupt ihre Werbeblöcke loszuwerden, hat sich dieses Bild gewandelt. Jetzt verkauft sich jede Werbeminute wie von selbst. Der Clou kommt in diesen Tagen von Delta-Lloyd. Die Versicherungsgesellschaft hat blitzschnell einen Werbespot um einen asiatischen Führerfigur verändert. Der betrachtet weiterhin seine aufmarschierenden Massen. Als dann ein Riesenbild vom Führer gezeigt wird, erscheint auf einmal das Konterfei von Guus Hiddink. Seit Samstag ist diese
Commercial (mit Zustimmung von Hiddink) ein Renner im Sportprogramm.

Im Hinblick auf Deutschland gegen Südkorea wird in den Niederlanden weniger an Deutschland - Holland gedacht. Ein Renner ist das Abschneiden der südkoreanischen Nationalmannschaft auch für den niederländischen Export. Bei Philips in Eindhoven weiß man, so ein Sprecher: Hiddink kombiniert
Führungsstärke mit einer sympathischen Ausstrahlung. Die koreanischen Siege bringen auch für uns etwas." Marketingstrategen des Konzerns, der in Asien seine größten Konkurrenten im Bereich elektronischer Artikel zu Hause weiß, glauben, dass das Image durch die Erfolge von Hiddink bereits gewonnen habe.

Copyright: Egon Boesten@t-online.de


 
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