Typisch Holland
   

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Niederländisches ABC
 
 
P wie pinkeln
Ein Kongress gegen das Wildpinkeln

Die Amsterdamer haben die Nase voll davon, und auch anderswo beim westlichen Nachbarn der Bundesrepublik füllen die Klagen über das so genannte wildplassen , das Pinkeln am Straßenrand, an Häuserwänden oder anderen Örtchen in der
Öffentlichkeit Hunderte von Aktenordnern. Ein Symposium in der Stadt, wo sich im Juni noch Europas Staatschefs trafen, um das geeinte Europa auf den Weg zu bringen, hat am vergangenen zwar nicht den Schlüssel zu diesem allgemeinen niederländischen und speziellen Amsterdamer Ärgernis gebracht, aber doch nachdenklich gemacht.

Waren es in vergangenen Jahren noch bettelnde Junkies, grelle Graffiti oder hondepoep (das große Hundegeschäft), was störte, so steht seit einigen Jahren einsam und allein an der Spitze der größten Ärgernisse das wildplassen, das Urnieren in der Öffentlichkeit, wie es im Beamten-Niederländisch offiziös heißt. Dass Amsterdam die heimliche Hauptstadt der Kneipen und Cafés ist, führt besonders in den Saisonmonaten April bis September zu üblen Gerüchen - weil Männer zu viel des
„Erfrischungsgetränks mit spürbaren Folgen nach drei bis vier Gläsern (Fredy Heinekens Definition von Bier) zu sich nehmen.

Grachtenhäuser, Denkmäler oder einfach nur die innerstädtischen Kanäle - nichts ist den wildplassers, den öffentlichen Urinierern heilig. Die Bewohner klagen über Gestank und über Säureschäden an Giebelwänden und
Portalen. Zwar ist das Pinkeln in der Öffentlichkeit verboten, wird auch mit 1^00 Gulden (90 Mark) Strafe gedroht, doch haben alle Verbote bis jetzt nicht gefruchtet.


Der Experte in Sachen „Urnieren in der Öffentlichkeit“, Piet van der Wiel, hat monatelang die Niederlande bereist, um kreative Lösungen ausfindig zu machen. In Arnhem an der deutsch-niederländischen Grenze sind Verbotsschilder aufgestellt, gleich mit dem Hinweis versehen, dass hier einmal Pinkeln 100 Gulden (90 Mark) kostet. In Eindhoven wird auf Bierdeckeln gegen das wildplassen agitiert. In Groningen haben Künstler
moderne, in den Boden eingelassene pyramidenförmige Pissoirs kreiert, in Amsterdam herablassend nur „Vier Mann“ genannt - weil gleichzeitig vier Herren dort ihr kleines Geschäft verrichten können.

Vorwärtsweisendes hat die niederländische Hauptstadt allerdings auch noch nicht vorzuweisen. Die spiralförmige, dunkelgrüne und jedes Paar Schuhe sichtbar machende mannshohe Blechdose versprüht wenig vom heimeligen Charme der sonst so gesellig-gemütlichen Metropole an den Grachten - und wird vom männlichen Besucherpublikum Amsterdams kaum angenommen.

Für die Amsterdamer Grund genug beim Symposium genau zuzuhören. Erfahrungen aus Maastricht, Groningen oder Utrecht haben gezeigt, dass man das Problem nur gemeinsam - Stadt, Polizei, Gaststättenbetriebe und Fremdenverkehrsamt -
anpacken kann. Tio Zian-Li von der Stadt Amsterdam: „Wir können nicht nur verbieten, sondern müssen auch etwas bieten.“ Eine Patentlösung habe sie sich vom Amsterdamer Symposium nicht erwartet: „Wahrscheinlich kommt es in
erster Linie darauf an, das Verhalten der Leute zu ändern.

 
 
 
 
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