Typisch Holland
   

Niederländisches ABC
- B wie van Basten
- C wie Chinesen in den
Niederlanden

- D wie Drogen
- G wie gelbe Nummernschilder
- H wie van den Hoogenband
- L wie Leuchtturm
- M wie Matjes
- N wie norwegische Brüder
- P wie pinkeln
- S wie Stau
- W wie Wilhelmus

   
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Niederländisches ABC
 
D wie Drogen

 

McDope in Venlo

Roermond/Venlo. Was machen die Deutschen in Gottes Namen an einem Dienstag in Roermond? - Die Frage bewegte die Lokalredakteure des Limburgs Dagblad und sie machten sich am 1. Mai sachkundig. Neben einigen
deutsch-niederländischen Glaubensbekenntnissen - „Diese Stadt ist ja so schön“ und „Nein, Roermond kommt nicht an Köln ran, aber wir laufen gern über den Münsterplatz hier“ gab es auch andere geäußerte Bedürfnisse. Um
kurz vor drei sahen und hörten die Chronisten der Roermonder Lokalzeitung zwei Deutsche, die einen niederländischen Schüler anquatschten mit der Frage, wo es denn hier Drogen gebe.

Keine Einzelerscheinung, denn die niederländischen Grenzstädte beklagen sich schon seit zehn Jahren über den immer größer werdenden Drogen-Tourismus. Das gilt für Groningen im Norden genauso wie für Hengelo und Enschede im niederländischen Osten, aber auch noch viel mehr für die Grenzstädte in den südlichen Niederlanden: Roermond, Heerlen und Venlo.

Lautete in den 80er Jahren noch das Klagelied des Amsterdamer Bürgermeisters Ed van Thijn: „Zu uns kommen die Leute, weil sie glauben, hier dürften sie alles das tun, was sie zu Hause nicht dürfen.“ - so hat sich dies inzwischen auf die kleinen und mittleren Grenzstädte zwischen Delfzijl im Norden und Vaals im Süden der Niederlande ausgedehnt.

Dabei beruhigt es die Niederländer wenig, dass sie zwar nicht unumstritten bei den europäischen Nachbarländern mit ihrer Drogenpolitik sind, dafür aber umso erfolgreicher. Denn zwischen Groningen und Maastricht gibt es in Relation zur Bevölkerungszahl gesehen weitaus weniger Drogentote und seit einiger Zeit auch weniger Hasch-Konsumenten als in anderen europäischen Ländern.

Die Drugs-Klientel aus dem Land der Oosterburen, dem Land der östlichen Nachbarn, wie die Deutschen manchmal bewusst distanziert genannt werden, will man allerdings los werden. Allein in der Stadt Arnheim, so belegen Untersuchungen, gebe es etwa 50.000 Drogen-Deals mit Deutschen.

Dem wollen die niederländischen Behörden einen Riegel vorschieben - indem man das (deutsche) Objekt der Begierde möglichst nah an die deutsch-niederländische Grenze versetzt. Die Stadt Venlo will zwei Drive-Inn-Coffee-Shops an der Autobahn nach Deutschland eröffnen, um deutsche Drogentouristen abzufertigen. Wenn diese Pläne
verwirklicht werden, kann der Haschraucher seinen Bedarf dort decken, ähnlich wie bei den vergleichbaren Autoschaltern der Hamburger-Ketten.

Im vergangenen Jahr erhielt die Stadt Venlo vom niederländischen Staat 12 Mio. Gulden (ca. 10,8 Mio. Mark), um ein Pilotprojekt zu starten. Die Stadt will damit deutsche
Drogentouristen aus der City von Venlo fernhalten. Es wäre das erste Mal, das staatliche Zuschüsse für den Aufbau von Coffee-Shops benützt würden. Der Widerstand aus Deutschland ist - ähnlich wie vor einigen Jahren in Gelderland und am Niederrhein (Winterswijk) - vorprogrammiert. Die Diskussion über den Sinn und Unsinn der niederländischen Duldungspolitik in Sachen Softdrogen (Hasch) geht in die nächste Runde.

 
 
 
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