Den Haag/Rotterdam (boe). Daß Seeleute äußerst viel trinken können, scheint nicht weit hergeholt zu sein. Jetzt ist der medizinische Beweis auf dem Tisch. Berater des niederländischen Ministeriums für Verkehr und Wasserwirtschaft haben einen steigenden Alkoholkonsum an Bord von Handelsschiffen festgestellt. Im Jahresbericht kündigen die Verantwortlichen an, dem jetzt zuleibe zu rücken.
Zwar gebe es keine harten Zahlen, doch allein die Bußgelder, die wegenernsthafter Kollisionen und auffälligen Verhaltens am Ruder ausgesprochen wurden, machen es deutlich: Oft ist Alkohol im Spiel. Die Untersucher kommen zum Schluß: “Alkohol kann die Einsamkeit mildern.” Einsamkeit als Erklärung? Die Wissenschaftler aus Den Haag sagen: Die Mannschaften an Bord bestehen aus immer mehr verschiedenen Nationalitäten; aufgrund der Sprachprobleme untereinander vergrößere sich die soziale Isolierung.
Während eines Expertenmeetings der niederländischen Handellsschiffahrt haben die niederländischen Reeder energisch widersprochen. Guido Hollaar, Direktor der Königlichen Vereinigung Niederländischer Reeder in der Wochenzeitschrift Elsevier: “Alkoholkonsum kommt in der gesamten Gesellschaft vor, in der Schiffahrt nicht mehr als anderswo.” Das Image vom immer betrunkenen Seefahrer bestehe völlig zu unrecht. Die meisten Seeleute seien Anti-Alkoholiker. So werde beispielsweise bei P-&-O, einem groß0en Fährdienst in der Transportwirtschaft überhaupt nicht getrunken. In der Transportschiffahrt gelte im übrigen der Grundsatz, ständig einsatzbereit zu sein, also nüchtern
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