Ein Niederländer ist eine Art Deutscher, der meint, er sei kein Deutscher, weil er Milch trinkt. (Gerard Reve, Schriftsteller)
 


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Clemens und August (C & A)

Amsterdam/Sneek (boe). Die 100. Filiale des deutsch-niederländischen Kleidungskonzerns C & A wurde jetzt in Amsterdam eröffnet. Ein weiterer Eckstein in der Erfolgsgeschichte von Clemens & August, den Begründern von C & A aus der Familie Brenninkmeijer. 1841 zogen die beiden Brüder von Mettingen in Deutschland (bei Bad Bentheim) ins friesische Sneek. Dort begannen sie mit dem Textilhandel. Weil sie nicht dauernd nach Deutschland hin- und herfahren wollten, suchten sie ein Lagerhaus, der Beginn einer langen Familiengeschichte.

Die erste C&A-Filiale wurde 1861 in Sneek, im niederländischen Friesland eröffnet. Der erste Laden in den Niederlanden, der sofort tragbare Kleidung, eben Konfektionsware, verkaufte. Die serienmäßige Produktion von Kleidung nahm ihren Anfang. 1910 waren es bereits zehn Filialen von C & A, die in den Niederlanden Konfektionsware verkaufte; 1911 wurde die erste Filiale in Deutschland eröffnet, 1922 geht die Familie Brenninkmeijer mit C & A nach Großbritannien.

Bart Brenninkmeijer, mit 35 jüngster C&A-Direktor in den Niederlanden und in der fünften Generation der deutschen Brenninkmeijers aus Mettingen, ließ sich bei der Eröffnung der 100 Filiale in Holland ein wenig in die Karten gucken. Denn die reichste Familie der Niederlande (mit einem geschätzten Vermögen von 8 Mrd. Euro ist auch die unbekannteste. Im Amsterdamer Olympia-Stadion wurden die neue Kollektion präsentiert. Die neue propagierte Offenheit ist nicht ganz einfach. Bart Brenninkmeijer im Gespräch mit der Amsterdamer Tageszeitung Het Parool: “Ich spreche gern über Läden, die Kollektion, Mode, die Kunden.” Weiter kommt man auch beim jüngsten Brenninkmeijer-Spross nicht. “Die neue Offenheit geht nur bis zu einem gewissen Maß”, sagt der Mann, der seine erste Filiale als Steppke miteröffnete und damals Luftballons verteilte. Es gebe auch nicht viele Gründe, um sich aktiv in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Frage nach Umsatz und Gewinn in den Niederlanden wird denn auch nicht beantwortet. Nachdem Brenninkmeijer allerdings vorgerechnet wurde, dass C & A 4,5 Prozent Marktanteil in einem Markt besitzt, der 8,5 Mrd. Euo umsatzstark ist, bleibt dem Mann nicht viel anders übrig, als die ausgerechnete Umsatzzahl von 360 Mio. Euro mehr oder weniger zu bestätigen. “Es ist deutlich mehr”, sagt er. Ob aber schon in der Nähe der Zahlen der 90er-Jahre von 450 Mio. Euro (1 Mrd. Gulden), lässt er offen.

Vergessen ist die Zeit der Filialschließungen, des Umsatzrückganges, der Entlassung von C&A-Angestellten. Inzwischen werden wieder 24 Filialen eröffnet. Aber auch heute sei es nicht einfach. “Man sieht überall die Discountformeln zulegen.” Brenninkmeijer weist auf die Filialisten Vögele, M&S, V&D. Nicht zu vergessen Zeeman Da schaut sich Brenninkmeijer regelmäßig um. Ja, von denen könne er noch was lernen, gibt er zu: dass sie rasendschnell neue Läden eröffnen und ihrem Konzept treu geblieben sind “Wir gehen mit der Mode mit”, meint der junge Brenninkmeijer von C & A. Zum Konzern gehören in Europa 675 Filialen, die mit 30.000 Mitarbeitern täglich 1,5 bis 2 Mio. Kunden bedienen. Geschätzter Jahresumsatz: 5 Mrd. Euro (2003).

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