Alles was mit Fritteusen und Fahrrädern zu tun hat, das kann der Holländer. (Bernd Stelter, Nie wieder Ferienhaus, Lübbe 2004)
 


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Hollands Leuchttürme ohne Wächter

Ameland/Texel (boe). Für die Leuchtturmwärter der niederländischen Wattenmeerinseln Ameland und Terschelling hat das letzte Stündchen geschlagen. Karla Maria Henriëtte Peijs (59) hat dies gerade definitif erklärt. Damit bleiben von den niederländischen Leuchttürmen an der Nordseeküste nur noch die Signaltürme von Terschelling und Schiermonnikoog bemannt. Die Watteninselinteressenorganisation OOW durfte sich nach monatelangen Verhandlungen zumindest darüber freuen, dass nicht alle Leuchttürme ihren verantwortlichen Wächter verlieren. Außerdem sei ein Zentrum für Sicherheit im Wattenmeer in Den Helder (Noord-Holland) oder Harlingen (Friesland) geplant. Das hofft zumindest Amelands Bürgermeister Paul Verhoeven: „Die Ministerin ist sehr entgegenkommend gewesen.“ Nichtsdestotrotz sei er „sehr enttäuscht nach Ameland zurückgekehrt“.

Ein anderer Ameländer fühlt sich leer. Amelands Leuchtturmwärter Dries van der Laag (60): „Es war ein Stück meines Lebens.“ Vor fünf Jahren war er wegen eines Konflikts mit seiner Behörde entlassen worden. Er war der ein zige der 20 Leuchtturmwärter, die gegenüber niederländischen Medien offen ihre Meinung äußerten. Alle anderen hatten Redeverbot. Seit 20 Jahren hielten sich die gerüchte, dass die bemannten Leuchttürme an der niederländischen Küste modernisiert werden sollten. Dries van der Laag: „Die öffentliche Meinung war immer unsere Rettung; man fühlte mit den bedauernswerten Leuchtturmwärtern.“

Der legendäre Brandaris, der Leuchtturm auf Terschelling, soll zu einer supermodernen Meereswachstation umgebaut werden. Die Leuchttürme von Terschelling und Schiermonnikoog sollen dem Frachtverkehr nach Harlingen und dem immer bedeutender werdenden Delfzijl in der Emsmündung sicheres Geleit geben.

Vlieland und Texel mussten es schon ein Jahr und länger ohne Bemannung schaffen. Sollte das Ganze zu einem Flop werden, werden die Behörden in Den Haag und im Norden der Niederlanden nach drei Jahren eingreifen – bestenfalls sogar mit der Maßnahme alle Leuchttürme an der Küste wieder zu besetzen. Eine Hoffnung für Dries van der Laag, Leuchtturmwärter von Ameland: „Auf den Türmen saßen Menschen aus der Schifffahrt. Die denken wie ein Seemann. Die wissen, wie es ist, in einen Sturm zu geraten.“

Die niederländischen Leuchttürme an der Nordseeküste – von der deutschen Grenze bis zu belgischen Grenze

Schiermonnikoog (gebaut 1854, 44 Meter hoch, 28 Seemeilen Ausstrahlung)

Ameland (1880, 58 m, 20 Sm)

Terschelling (1593, 55,5 m, 29 Sm)

Vlieland (1876, 54 m inkl. Feuerdüne, 20 Sm)

Texel (1863, 53,2 m, 29 Sm)

Den Helder (1877, 57 m, 30 Sm)

Egmond (1833, 37 m, 18,2 Sm)

IJmuiden (1878, 31 m/53 m, 29/16 Sm)

Noordwijk (1921, 33 m, 18 Sm)

Scheveningen (1875, 49 m, 29 Sm)

Maasvlakkte (1974, 65 m, 28 Sm)

Ouddorp (1947, 56 m, 30 Sm)

Haamstede (1837, 58 m, 30 Sm)

Westkapelle (1470/1875, 49,6/20 m, 28/16 Sm)

Niederländische Leuchttürme im Bild:

http://members.lycos.nl/alleswat/vuurtorens.html

©

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