Mein Freund Riny war schon längere Zeit in Deutschland. Nach einem frustrierenden Jurastudiumbeginn hatte er sich auf Medizin verlegt und ist jetzt Arzt. Er kommt aus einer alten traditionell kommunistischen Familie nahe der deutsch-niederländischen Grenze. Schon vor vielen Jahren, als es die alte CPN in Holland noch gab, fragte ich ihn, warum denn seine Partei sich nicht gegen das Relikt Monarchie in seinem Lande auflehne. Es könne doch nicht sein, dass jemand Königin oder König wird - nur weil er der Familie der Oranje-Nassauer entstamme.
Mein Freund erwiderte meinen ratlosen Blick mit einem leisen Lächeln: "Warum soll man das Königshaus in Frage stellen. Die machen doch ihren Job gut." Ich war sprachlos und musste gerade in diesen Tagen daran denken. Für die Königin in spe waren die Wochen und Monate nach der Verlobung mit Willem Alexander alles andere als ein Vorgeschmack auf Flitterwochen. Vormittags Einzelunterricht Niederländisch, nachmittags Gruppenunterricht Niederländisch, abends eine Veranstaltung, die Máxima Zorreguieta die niederländische Kultur und Geschichte in allen Bereichen näher bringen soll. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die neue Prinzessin von Oranje-Nassau spricht so perfekt die Sprache ihrer Wahlheimat, dass Schwiegervater Claus von Amsberg schon vor einigen Wochen seinen Respekt und seine Bewunderung kaum in Worte fassen konnte.
Sie machen nicht nur einen guten Job, sie werden auch bestens darauf vorbereitet. Mit einem Augenzwinkern meinte mein Freund Riny damals: "Wir haben eben eine Republik, die auch eine Monarchie hat." Die Niederlande sind an diesem Wochenende in Amsterdam reicher geworden.
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