Utrecht. Da müsste selbst eine Anni Friesinger vor Neid erblassen: Den niederländischen Eisschnelllaufstars, die mit einer Medaille dekoriert aus Salt Lake City Dienstag Nachmittag auf dem Amsterdamer Flughafen eintrafen, müssten in den nächsten Wochen fernab der offiziellen Prämien mit bummelig einer halben Million Euro extra ausgestattet werden, allein über zusätzliche Werbeeinnahmen.
Zu diesen Annahmen kommt das Amsterdamer Werbebüro Neboko. Sprecher Cor den Boer rät: „Wenn Gerald van Velde, Jochem Uytdehaage, Renate Groenewold, Gretha Smit und Jan Bos schnell in Bares umsetzen wollen, dürfen sie nicht lange zögern. Kollege Henri van der Aat vom Sportmarketingbüro Trefpunt glaubt, dass dies innerhalb der nächsten sechs Wochen passieren müsse, wie er niederländischen Medien verriet. „Wer dann nicht gecasht hat, kommt zu spät“ bringt der Marketingexperte es auf eine englisch-niederländische Formel.
Wer von den Salt-Lake-Helden nun am meisten abzockt, ist nach Aussage der Werbeexperten abhängig von der Medienpräsenz (wobei Gretha Smit durch ihre Verletzung beim Crowdsurfen im Holland-House schon unbeabsichtigt den ersten Schritt getan hat). In den Niederlanden, wo Eisschnelllaufen ein Thema der Massen ist, wird der zweifache Goldmedaillengewinner Jochem Uytdehaage sehr hoch bewertet – alles unter der Voraussetzung, dass man auch gern bereit ist, sich zum öffentlichen Besitz zu machen. Und man muss auch etwas zu sagen haben.
Anni Friesinger, die am kommenden Samstag bei Gottschalk zu Gast ist, wird es mit Argusaugen beobachten. Schließlich wohnt ihr neuer Freund, der Wahl-Belgier Bart Veldkamp, in Den Haag. Unabhängig von den niederländischen Erfolgen auf dem superschnellen Eis von Salt Lake (mit 8 Medaillen ist man reichlich zufrieden – obwohl es in Nagano elf waren): Die Entwicklung der kommerziellen Teams ist nach dem Desaster für das so genannte Dream-Team von SpaarSelect (Trainer Peter Mueller mit u. a. Marianne Timmer und Gianni Romme) mehr als ungewiss.
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